15 März 2017 | Lokales

Neubelebung der Innenstadt

Kapstädter Vorbild dient als Richtlinie für unabhängige Körperschaft

Seit dem Jahre 2014 will man Windhoeks Innenstadt neu beleben, weswegen ein Lenkungsausschuss gewählt wurde, der diese Initiative fördern und begleiten sollte. Jetzt soll die entsprechende städtische Verordnung fertiggestellt werden und Kapstadt als Vorbild zur Umsetzung der Planung dienen.

Von Frank Steffen

Windhoek

Vor drei Jahren wurde in Windhoek ein Lenkungsausschuss zur Neubelebung des sogenannten Central Business Districts (CBD) gewählt. Die Stadt definiert die Innenstadt als ein 1,9 Quadratkilometer großes Areal zwischen der Bahnhofstraße, Robert-Mugabe-Avenue, Lazarett-, Edison-, Voigts- und Bismarck-Straßen sowie dem Hosea-Kutako-Drive. Gestern moderierte Marco Wenk vom Immobilienmakler Broll zusammen mit den Vorstandsvorsitzen Mathew Hamutenya und Vertretern der Stadt eine Versammlung, bei der sie ankündigten, dass die Stadt die Gesetzgebung zur Regulierung solcher unabhängiger Körperschaften fertigstellen wird und ein zuständiger Ausschuss neugewählt werden müsse. Der Marktanteil des CBDs betrug im Jahr 2003 noch 53% des Windhoeker Geschäfts, im Jahr 2006 nur noch 47% und 2016 gerade mal 30%.

Der anwesende Stadtdirektor, Robert Kahimise, versprach den Anwesenden die Unterstützung der Stadt, betonte aber, dass Windhoek aufgrund der wirtschaftlichen Umstände die Initiative samt Entwicklungen nicht allein stemmen kann. Er freute sich über die Darbietung des besuchenden Derek Bock aus Kapstadt, der 2002 als Projektleiter, die damals verlassene Innenstadt Kapstadts (nach der Migration an die Waterfront) neu vermarktete, indem die fehlenden Attribute des CBDs wiederhergestellt wurden. „Dieser Herausforderung muss sich jede wachsende Stadt irgendwann stellen. Die Kapitalabwanderung aus der Innenstadt hat meistens mit verstopften Straßen, Verkehr und Mangel an Parkplätzen, sowie hohen Mieten bei fehlender Instandhaltung, Kriminalität und Sicherheit, Vertrauensmangel und generell abnehmender Laufkundschaft zu tun“, zählte Bock die ihm logischen Gründe auf und ging auf die Erfolgsgeschichte des Kapstädter CBDs sowie der des Voortrekker-Road-Corridor-Improvement-District (VRCID) ein. Letzteres ist als gemeinnützige Organisation registriert und wird laut städtischer Verordnung verwaltet, wobei private Sicherheitskräfte, Straßenfeger und Reinigungskräfte, Notdienste und Kontrakteure, sowie alle weiteren Initiativen zur Förderung des bestimmten Bezirks vorgenommen werden. Bock ist mittlerweile Geschäftsführer dieser Privat-Öffentlichen-Partnerschaft (PPP) und legte beachtliche Erfolge vor, was u.a. die Abnahme der Kriminalität, Zunahme an Sicherheit und daraus folgendem besseren Geschäftsklima sowie Sauberkeit anbetrifft. So seien die Straßen-Cafés entlang des Voortrekker-Wegs von ehemals 16 (2002) mittlerweile auf die Zahl 240 gewachsen. Er betonte wiederholt die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit zwischen Stadt und einer „Special Rating Area“, in welcher sich die Grundbesitzer auf eine zusätzliche Grundsteuer einigen, welche monatlich von der Vereinigung zur Verbesserung des Geschäftsbezirks genutzt wird. „Städtische Dienste auf Steroiden“, resümierte ein Anwesender.

Auf Anfrage erklärte Rowan McNamara der AZ, dass sich diese Initiative mit dem ersten Versuch deckt. Seine Firma hatte 2014 als „Urban Designs“ mit einem Gesamtkonzept ein Preisausschreiben gewonnen. Dies war finanziell von der finnischen Partner-Stadt Vantaa unterstützt worden. „Jetzt kommt die schrittweise Umsetzung des Projekts, wobei die Behörden helfen sollten“, freute sich McNamara.

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