02 August 2018 | Polizei & Gericht

Nein heißt Nein!

Mehr Initiative gegen geschlechterbasierte Gewalt nötig

Am Mittwoch versammelte man sich in Windhoek, um gegen geschlechterbasierte Gewalt zu vorzugehen. „Durchbrecht das Schweigen!“, grölen die Protestierenden. Auf Schildern tragen sie die Namen von Vergewaltigungs- und Mordopfern. Auch Bürger anderer SADC-Staaten demonstrieren.

Von Caroline Niebisch

Windhoek

„Mein Körper, nicht dein Tatort“ schreien sie. Etwa 200 an der Zahl, alle versammelt, um gegen geschlechterbasierte Gewalt einzustehen. Am Mittwoch traf sich das Bündnis am Katutura Krankenhaus in Windhoek, um von dort aus zur Polizeiwache des Viertels und zum Gericht in Katutura zu marschieren. An jeder dieser Stationen tragen sie selbstentworfene Empfehlungen für die Behörden vor. Empfehlungen, durch die ihrer Meinung nach die geschlechterbasierte Gewalt in Namibia gemindert werden könnte. Die Anwesenden sind alle in schwarz, weiß und rot gekleidet – symbolisch verdecken sie ihre Münder.

Die Organisatorinnen, die „GBV Coalition Namibia“ (Koalition gegen geschlechterbasierte Gewalt Namibia), fordern einen Wandel. Konkret seien unter anderem psychologische Betreuung für Gewaltopfer, ein Geschlechter-Sensibilitätstraining für Polizisten, ein Register für bereits straffällig gewordene Gewalttäter, eine Justizreform sowie eine Veränderung des Umgangs mit Gewaltopfern von Nöten. Gewalt dieser Art dürfe nicht weiter toleriert werden – gerade erst vergangene Woche wurde dem Thema viel Aufmerksamkeit zu teil, da ein Polizist seine Ex-Freundin erschoss (AZ berichtete). Die Teilnehmer des Protests waren zwar größtenteils weiblich, allerdings solidarisierten sich auch einige Herren. Man wolle nicht länger akzeptieren, wie das männliche Geschlecht in Namibia wahrgenommen werde – es gebe viele Männer, denen etwas an den Rechten der Frauen liege. Der männliche Demonstrant tritt an das Megafon und beklagt: „Warum können wir, als Hausherren, als Beschützer, nicht beschützen?“, man brauche einen Sinneswandel im Umgang mit Frauen, meint er. Die Demonstranten kamen, um dies auf eine friedliche Art und Weise zu erwirken und sich mit den Behörden zu solidarisieren. Hand in Hand zu arbeiten mache mehr Sinn, als sich gegenseitig anzuprangern, so die Veranstalterinnen. Trotz diesem friedlichen Ansatz dürften die Demonstranten das Gelände der Polizei nicht betreten. Auch das Gerichtsgelände ist tabu.

Der Polizeichef, Sebastian Ndeitunga, bemerkt, er sei erfreut, dass die Bürger Initiative ergreifen und konstruktive Vorschläge bringen. Seine Mitarbeiter und er würden sich schnellstmöglich damit auseinander setzen, verspricht er. Auch die stellvertretende Justizministerin Lidwina Shapwa bedankt sich und weist auf die bereits existierenden Gesetze hin, die geschlechterbasierte Gewalt verhindern sollen. Die Wurzel des Problems sitze jedoch viel tiefer und es sei wichtig, eine Lösung gegen das Böse zu finden. Man bedankt sich, Rückfragen an Shapwa und Ndeitunga gibt es nicht. Inwiefern die Empfehlungen der Organisatorinnen umgesetzt werden, ist offen.

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