06 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Natur ist Namibias Zugpferd

Umweltminister will Parks auf Vordermann bringen – Wilderer im Visier

Neben den Menschen und der Kultur ist die natürliche Vielfalt Namibias wichtigste Touristenattraktion. Doch um dieses Potential auch voll ausnutzen zu können, müssen die Umwelt beschützt, Nationalparks vernünftig verwaltet und die Infrastruktur ausgebaut werden, sagt der Minister.

Von Clemens von Alten, Windhoek

Die Nationalparks Namibias bleiben eine Priorität des Umweltministeriums. „Diese Gebiete versprechen unserem Land ein enormes Einkommen“, betonte Minister Pohamba Shifeta, als sein Personal gestern in Windhoek zum neuen Jahr begrüßte. Er bezeichnete die Parks als „touristisches Zugpferd“ und erklärte: „Wir müssen uns als attraktives Reiseziel positionieren, indem wir unsere Parkinfrastruktur so gut es geht optimieren.“

Allerdings stellen Wilderer nach wie vor eine problematische Herausforderung dar: „Im vergangenen Jahr hat es viele Fälle und Festnahmen gegeben vor allem im Zusammenhang mit Nashörnern, Elefanten und Pangolinen“, teilte Shifeta mit, laut dem es 2018 deutlich weniger Festnahmen gegeben hat. „Eine hohe Anzahl präemptiver Verhaftungen hat viele Wilderer aufhalten können, bevor sie wilde Tiere töten konnten.“ Der Minister sagte, dass sich die Nashorn-Wilderei zwar stabilisiere, es aber bei Elefanten und Schuppentieren auffallend mehr Festnahmen und Sicherstellungen gegeben habe.

„Unser Mitarbeiter wurden in verschiedenen Bereichen geschult, um die Kapazitäten zu stärken“, berichtete Shifeta, der zuversichtlich ist. „Viele der jüngsten Erfolge im Kampf gegen Wilderer und Tierverbrechen sind eine direkte Folge verbesserter Patrouillen sowie einer schnellen und vor allem proaktiven Reaktion auf Vorfälle.“ Vor diesem Hintergrund bedankte sich der Umweltminister bei allen Interessenvertretern wie der Polizei, den Geldgeber, den Schutzorganisationen und dem Privatsektor. „Die Mittel des Staates sind beschränkt und daher ist die Unterstützung von außen unverzichtbar“, so der Politiker.

In dem Sinne will das Ministerium „demnächst“ die sogenannte Friends-of-Parks-Initiative ins Leben rufen, die Förderern sowie privaten und anderen Interessenträgern ermöglichen soll, sich zu beteiligen und „bei der Entwicklung unserer Parks mit zu helfen“. Im vergangenen Jahr seien Managementpläne beziehungsweise Unternehmensstrategien der Parks Bwabwata, Nkasa Rupara, Mudumu, Khaudum und Tsau //Khaeb (Sperrgebiet) „überarbeitet und abgeschlossen“ worden.

„Was die Parkinfrastruktur anbetrifft, wollen wir uns in diesem Jahr auf die Küstengebiete konzentrieren“, erklärte Shifeta und erwähnte dabei Cape Cross, Skelettenküste, Dorob und Namib Naukluft. „Wir müssen in allen Parks Konzessionen ermöglichen, damit diese Gebiete sowohl die Wirtschaft ankurbeln als auch vorbildlich zum Naturschutz beitragen können“, sagte der Umweltminister.

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