18 Februar 2021 | Politik

NATAU: „Profit nebensächlich“

Opposition fordert das Weiterbestehen von Air Namibia

Zahlreiche Gewerkschaften protestieren gegen die Liquidierung von Air Namibia. Auch im Parlament entbrennen heftige Debatten bezüglich der angekündigten Auflösung der Fluggesellschaft. Die Opposition wirft der Regierung eigenmächtiges Handeln vor und fordert die Rettung von Air Namibia.

Von Brigitte Weidlich und Claudia Reiter, Windhoek

Die Arbeitergewerkschaft NATAU (Namibia Transport and Allied Workers Union) und der Gewerkschaftsdachverband NUNW (National Union of Namibian Workers) demonstrierten gestern gegen die Auflösung der nationalen Fluglinie Air Namibia. Treffpunkt war das Hauptbüro der NUNW in Katutura. Daraufhin marschierten die Protestler zum Hauptquartier der SWAPO, wo sie knapp zwei Stunden auf die Partei-Generalsekretärin Sophia Shaningwa warteten, um ihr eine Petition zu überreichen.

Ndapewa Amupanda, die Verbandsvorsitzende von NATAU, stellte klar, dass „keine nationale Fluggesellschaft auf der Welt profitabel ist.“ Die meisten Fluggesellschaften seien gezwungen, weiter zu existieren. „Zumindest sollten sie in der Lage sein, kostendeckend zu arbeiten, aber sie sind nicht dazu da, um Profit zu machen.“ Sie sei ferner davon überzeugt, dass der Staat doch über genügend Geld verfüge, um die Fluggesellschaft zu retten. Auch in Otjiwarongo fanden Proteste von der NUNW statt.

Indessen wurde die erste Sitzung der Nationalversammlung im neuen Jahr am Dienstag zur Impromptu-Debatte über die Liquidierung von Air Namibia. Gleich zu Beginn hatten einige Abgeordnete der Opposition viele Fragen an die Exekutive über den diesbezüglichen Kabinettsbeschluss der vergangenen Woche. McHenry Venaani, Präsident der PDM-Partei und Anführer der Opposition, stellte den Antrag, eine Debatte über Air Namibia zu führen. Parlamentspräsident Peter Katjavivi gestattete dies.

Venaani kritisierte den Alleingang des Kabinetts, Air Namibia aufzulösen. Die Nationalversammlung hätte ihm zufolge mit einbezogen werden sollen. Venaani meinte, das Kabinett habe angeblich gegen das Gesetz für die Verwaltung von staatlichen Betrieben verstoßen und das Parlament ignoriert. „Die beiden Minister (Ipumbu Shiimi, Finanzen & Leon Jooste, Staatsbetriebe), die beschlossen haben, die nationale Fluggesellschaft aufzulösen, sind heute nicht mal anwesend, ebenso wenig die Premierministerin. Ich fordere, dass diese drei Parlamentsmitglieder hier im Plenarsaal Rechenschaft ablegen, warum mehr als 600 Mitarbeiter der Air Namibia jetzt auf der Straße stehen“, sagte Venaani. „Die Geschäftsleitung und der Vorstand von Air Namibia haben bis dato nicht mal einen Brief erhalten, dass die Firma aufgelöst wird!“

Der Präsident der RDP-Partei, Mike Kavekotora, der noch vor einigen Jahren für die Schließung des Unternehmens plädiert hatte, forderte die Regierung am Dienstag dazu auf, den Beschluss rückgängig zu machen. „Hier in der Nationalversammlung sollte über alternative Lösungen für Air Namibia debattiert werden“, schlug er vor.

Der NUDO-Abgeordnete Joseph Kauandenge mahnte, dass das Kabinett die den 600 Air-Namibia-Angestellten drohende Arbeitslosigkeit nicht aus den Augen verloren werden dürfe.

Der UDF-Vertreter Dudu Murorua wollte wissen, warum die Regierung im vergangenen September das Angebot einer ausländischen Firma, bei Air Namibia einzusteigen, abgelehnt habe?

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