28 Dezember 2012 | Natur & Umwelt

Nashörner: unser aller Erbe

Die Furcht, dass die Welle der Wilderei von Südafrika nach Namibia herüberschwappt, bereitet Naturschützern schon lange Sorgen. Nun wurde nach vielen Jahren wieder eines der wertvollen Schwarzen Nashörner in der Kunene-Region, ehemals Damaraland, gewildert. Ausgerechnet eine Kuh mit Kalb und dann noch in einem der so hochgelobten kommunalen Hegegebiete (AZ berichtete).

Lobenswert ist, dass bereits eine Person verhaftet und die Hörner konfisziert werden konnten. Wie ist es aber möglich, dass trotz Kontrollen durch den Rettet-die-Nashörner-Fonds, die Wildhüter der kommunalen Hegegebiete sowie die Naturschutzbeamten ein Fremder sich in dem Gebiet unentdeckt bewegen und schließlich seinem grausamen Werk nachgehen konnte? Alle Verantwortlichen wussten von den drohenden Gefahren, eine spezielle Mobiltelefonnummer war vergangenes Jahr eingerichtet worden, um Wilderern vorzugreifen. Fraglich ist auch, warum das Kalb nicht gerettet werden konnte. Mahlen die Mühlen der Behörden und Organisationen zu langsam? Will keiner der Verantwortung übernehmen? Ist man nicht ausreichend vorbereitet? Und warum hüllen sich alle in Schweigen?

Wir haben ein Recht zu erfahren, was mit unseren Nashörnern geschieht, denn alle Schwarzen Nashörner gehören dem Staat und sind somit unser aller Erbe. Wir alle haben eine Verantwortung gegenüber diesem nationalen Schatz, nicht nur weil es sich um eine bedrohte Tierart handelt. Dies sollte jeder Einwohner dieses Landes wissen - vor allem die Naturschutzbeamten, Hegegebietsmitglieder und Vertreter der Umweltorganisationen.

Da stellt sich dann wieder die Frage, warum der Fall vom vergangenen Jahr, als 30 Nashörner in einem Veldfeuer im Etoscha-Park zusammen mit zahlreichen anderen Tieren wie Elefanten, Giraffen und Löwen umkamen, bisher nicht ordentlich von unabhängiger Stelle untersucht und die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Etwas muss geschehen sein, denn Tiere kennen seit hunderten von Jahren Buschfeuer und wissen, wie sie sich verhalten müssen. Angeblicher starker Wind und dichter Rauch führen nicht dazu, dass Wildtiere die Orientierung verlieren und in Flammen umkommen. Aufklärung ist nötig. Und Wilderern muss das Handwerk gelegt werden. Die Verantwortung liegt bei uns allen.

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