05 April 2011 | Land & Leute

Namibische Geschichte bald im Messner-Mountain-Museum in Südtirol

Eine solche Hütte sowie verschiedene Alltagsgegenstände aus dem traditionellen Leben der Damara soll demnächst in dem neuen und fünften Teil des MMM Museums von Reinhold Messner, genannt MMM Ripa, seinen Platz finden.
Das Messner-Mountain-Museum (kurz MMM) ist ein Museumsprojekt von dem bekannten Bergsteiger Reinhold Messner in den italienischen Provinzen Südtirol und Belluno. Fünf verschiedene Standorte bilden dabei ein Bergmuseum. Das Zentrum stellt das Museum in Schloss Sigmundskron dar. Im MMM Firmian befindet sich jedoch nicht nur Verwaltung und Organisation, auch die Ideenwerkstatt und das Herzstück für Veranstaltungen haben hier ihren Platz. Der Fokus in diesem Museum bezieht sich auf Berge in der Kunst und der Geschichte der Bergbesteigung. Im MMM Juval, das unter dem Thema "Mythos Berg" steht, werden verschiedene Exponate von Reinhold Messer rund um die Mythen der Berge ausgestellt. Das MMM Dolomites auf dem Monte Rite südlich von Cortina beschäftigt sich mit dem Thema "Die vertikale Welt" der Dolomiten. Tief im Vinschgau hingegen, im MMM Ortles, dreht sich die Welt um den berühmten Ortler-Gipfel. Das Museum nennt sich auch "Gletscherwelten".
Mit Abschluss der Restaurierungsarbeiten auf Schloss Bruneck im Pustertal (Südtirol) soll im Frühjahr 2011 das fünfte Messner Mountain Museum zum Thema Bergvölker seine Tore öffnen. In dem neuen Museum behandelt Reinhold Messner nun den letzten Aspekt der Auseinandersetzung zwischen Berg und Mensch; das Erbe der Berge sowie die Menschen, die seit jeher die Gebirge beleben. Anhand unzähliger Exponaten aus dem damaligen Alltag werden die Lebensweisen der wichtigsten Bergkulturen der Welt aufgezeigt. Auch die traditionelle Lebensweise der (Berg-) Damara soll hier den Besuchern nahe gebracht werden.
Der Bergsteiger Reinhold Messner hatte auch von den so genannten Bergdamara in Namibia gehört. Bei einem Messebesuch in Deutschland lernte er Carsten Möhle von dem namibischen Tourismusunternehmen Bwana Tucke Tucke kennen. Messner suchte Informationen und Anschauungsmaterial über die Damaras, weil er sie in sein neues Museum integrieren wollte.
Die Damaras sind allerdings kein Bergvolk im eigentlichen Sinne. Sie haben sich nur nach der Bantu-Einwanderungswelle aufgrund der Unterdrückung von anderen einheimischen Völkern in schwer zugängliche Gebiete wie der Gegend um den Brandberg und Twyfelfontein zurückgezogen. Dort haben sie lange Zeit gelebt und sich den schweren Bedingungen angepasst. Deshalb sollen sie nun auch Teil des Museums von Reinhold Messner sein. Möhle vermittelte den Kontakt zur Living Culture Foundation Namibia (LCFN). Diese Organisation hat bereits mehrere Lebende Museen in Namibia initiiert, um die Traditionen namibischer Völker zu erhalten. "Natürlich haben sich die Damara riesig gefreut, als sie gehört haben, dass sie für das Museum in Tirol eine Hütte und verschiedene Gegenstände bauen sollen", erzählt Sebastian Dürrschmidt von der LCFN. Mittlerweile ist die Hütte fertig gestellt und wartet in Windhoek auf den Transport nach Südtirol. Wegen der erhöhten Niederschläge in den vergangenen Wochen musste diese allerdings erst mal in Einzelteile zerlegt werden und durchtrocknen, bevor sie auf die Reise geschickt werden kann. Außerdem müssen aufgrund der natürlichen Bestandteile noch Genehmigungen von verschiedenen namibischen Behörden eingeholt werden, die den Export der Hütte ins Ausland erlauben.
Dann soll die traditionelle Unterkunft der Damara sowie viele Alltagsgegenstände und Informationen über die LCFN im MMM zu sehen sein und ein Stück namibische Geschichte in die Welt hinaustragen.
Das interaktiv angelegte Museums-Projekt von Messner soll zu einem Treffpunkt der Bergvölker werden, die Türen zum Verständnis der anderen Lebensweisen öffnen und gemeinsam mit Gästen aus den verschiedenen Bergregionen der Welt zum Erfahrungsaustausch anregen.
Durch das Ansprechen von Thematiken, die das Alltagsleben der Bergmenschen bestimmen, wie Natur, Religion, Tradition, Kultur und Tourismus, können Gemeinsamkeiten, Gegensätze und Entwicklungen beobachtet werden.

Gleiche Nachricht

 

Auf zwei Reifen durch Katutura

vor 9 jahren - 07 Juni 2012 | Land & Leute

Mit dem Fahrrad durch Katutura? Mitten an einem heißen stickigen Tag im wenig fahrradfreundlichen Windhoek? Die Idee klingt zwar verlockend, doch ob die Umsetzung gut...

Omba: fairer Handel zum fairen Preis

vor 9 jahren - 07 Juni 2012 | Land & Leute

Omba ist der obere Teil der Conus Betulinus Muschel, die ursprünglich von der ostafrikanischen Küste stammt. Über viele Jahrhunderte galt sie bei Himba- und Owambofrauen...

Hidden stop-over in the heart of Rehoboth

vor 9 jahren - 05 April 2012 | Land & Leute

Isaac's servants dug in the valley and discovered a well of fresh water there. But the herders of Gerar quarreled with those of Isaac and...

"Drum grüße mir das Swakoptal ..."

vor 9 jahren - 01 März 2012 | Land & Leute

So beginnt ein Lied aus einem lokalen Musical der siebziger Jahre. Der Autor und gebürtige Swakopmunder, Hartmut Fahrbach, hat aus lockeren Aufzeichnungen und Quellen der...

Erlebbare kulturelle Vielfalt

vor 9 jahren - 01 März 2012 | Land & Leute

Zwei Millionen Einwohner, mit mindestens elf unterschiedlichen ethnischen Zugehörigkeiten, leben verteilt auf 13 Regionen im Vielvölkerstaat Namibia. Eine kulturelle Vielfalt, die die Einzigartigkeit und den...

Frauenpower in Okahandja

vor 9 jahren - 01 März 2012 | Land & Leute

Sie nennen sich Mrs Nunda, Samba, Meme Kandido, Luisa, Antonia und Magdalena Joseph und sind seit vielen Jahren im Geschäft. Alte Hasen sozusagen. "Was sollen...

Ein Landzipfel weckt viel Fantasie

vor 9 jahren - 05 Januar 2012 | Land & Leute

Kein anderes Land der Welt hat einen Landzipfel vorzuweisen, der nach einem deutschen Reichskanzler benannt ist, der übrigens niemals vor Ort war: Graf Leo von...

Trophäenjagd hatte schwierigen Start Teil 2/2

vor 9 jahren - 05 Januar 2012 | Land & Leute

Faszinierende Felszeichnungen vor allem in den Bergen der Randstufe zur Namib und am Brandberg belegen, dass es die Jagd seit Urzeiten in Namibia gegeben...

Kreativer Knochenjob:

vor 9 jahren - 01 Dezember 2011 | Land & Leute

Wenn einer seinen Beruf 24 Stunden täglich zu 100 Prozent lebt, kann es schon mal vorkommen, dass er, wo andere ruhig und gelassen bleiben, leidenschaftlich...

Trophäenjagd hatte schwierigen Start (Teil 1/2)

vor 9 jahren - 01 Dezember 2011 | Land & Leute

Dann und wann liest man verschiedene Berichte und Artikel zur Jagdgeschichte und zur Entwicklung der Trophäenjagd in Namibia. Die erste Frage, die sich bei jeder...