04 Februar 2010 | Natur & Umwelt

Namibias Delfine tanzen in den Wellen

Man weiß noch viel zu wenig über den Meeressäuger, den Delfin. Auch die wissenschaftlichen Belege über die sogenannten Delfintherapien, die angeblich zur Heilung von Krankheiten beitragen sollen, fehlen noch.
Entlang der namibischen Küste leben drei Spezies: Der Schwarzdelfin (Dusky Dolphin, Lagenorhynchus obscurus), der Heaviside-Delfin (Cephalorhynchus heavisidii), und der Große Tümmler (Bottlenose, Tursiops truncatus).

Welcher Typ auch immer, Fakt ist, der Delfin steht einfach für Grazie und Intelligenz. Seine Präsenz, wenn er aus dem Wasser springt und sich zeigt, ruft bei den Meisten eine Euphorie hervor. Delfine zählen zu den faszinierendsten Geschöpfe des Meeres: friedliebend, akrobatisch und verspielt. Leider weiß man hierzulande noch viel zu wenig über diese Meeressäuger, die entlang des namibischen Küstenstreifens leben. Das soll sich ändern.
Im vergangenen Jahr hat die Namibia Nature Foundation (NNF) ein Delfin-Projekt ins Leben gerufen. Unter Mitwirkung des Fischereiministeriums, diversen Reiseveranstaltern an der Küste, der lokalen Gemeinschaften und weiteren Privatinitiativen werden nun wertvolle Daten über diese Meeressäuger gesammelt. Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt von internationalen Gönnern sowie vom Küstenmanagement NACOMA, dem Go-Green-Fonds der Nedbank und von der britischen ökologischen Vereinigung (British Ecological Society).

Die Studie wird entlang der namibischen Küste durchgeführt und soll mehr Aufklärung über das genaue Verhalten bei Sichtung dieser Tiere sowie den menschlichen Einfluss auf ihren Lebensraum liefern. Besonders gefährdet sind diese wunderbaren Geschöpfe des Meeres durch Fischernetze, in denen sie sich verfangen und darin ertrinken. Zudem bangt NNF durch unkontrollierten Ökotourismus und Entwicklungen entlang der Küste um die Existenz dieser so faszinierenden Säugetiere. Jeder, der sie schon einmal beobachten durfte, beschreibt ein das Gefühl einer plötzlichen inneren Zufriedenheit.
Der Reiseleiter Mike Lloyd bestätigt das. Er kann ein Lied von diesem inneren Wohlbehagen singen. Mike hilft der NNF bei der Erstellung von Fachwissen. Seit 2002 ist das Meer sein Arbeitsplatz. Seit Februar 2009 fährt der leidenschaftliche Seemann für das Touristenunternehmen Catamaran Charters. Mit den Touristen an Bord und dem Fotoapparat allzeit griffbereit, geht er auf Delfinsuche.
Er beliefert die NNF mit Bildern und Informationen. Der leidenschaftliche Seemann ist wieder aufs Neue richtig aufgeregt, wenn er Delfine sieht. "Es ist ihre Show, die mich so begeistert", sagt er. "Ihr Tanz in den Wellen." Es sei aber auch die Neugierde der Tiere, die ihn immer fasziniert. "Sie kommen zum Boot, schauen nach, mit wem sie es wohl heute zu tun haben und stellen sich vor", behauptet er.

Der Schwarzdelfin ist als ein sehr geselliges, verspieltes Wesen bekannt und kommt sehr häufig in Namibia vor. Er erreicht eine Körperlänge von bis zu zwei Metern und eine Masse von etwa 100 Kilogramm. Die Rückenfärbung liegt zwischen dunkelgrau und schwarz, die Kehle und der Bauch sind hellgrau bis weiß. Auf jeder Seite verläuft ein weißer Streifen. Ein dornförmiger Abschnitt am Schwanzrücken gilt als Erkennungsmerkmal.
Der kleinere Heaviside-Delfin oder Benguela-Delfin wird ausschließlich im Atlantik vor Namibia und Südafrika angetroffen. Dieses Säugetier wird maximal 1,80 Meter lang und erreicht ein Gewicht von maximal 75 Kilogramm. Die Form des dunkelgrauen Kopfes ist abgestumpft. Gelegentlich wird er mit dem Großen Tümmler verwechselt.

Der Große Tümmler ist grau gefärbt und hat einen helleren Bauch. Er kann zwischen 1,9 und 4 Meter lang werden. Sein Gewicht liegt in der Regel zwischen 150 und 300 kg, kann aber auch bis zu 650 kg erreichen. Charakteristisch ist die kurze Schnauze, die diesem Delfin wegen ihrer Form seinen englischen Namen Bottlenose Dolphin (Bottlenose = Flaschennase) verliehen hat und mit bis zu 80 homogenen Zähnen besetzt ist.
Die ersten Studien haben ergeben, dass es einen wesentlichen Unterschied in der Populationsdichte gibt. Während sich der Große Tümmler in Schulen von bis zu 100 und hauptsächlich in Küstennähe aufhält, schließen sich die Heaviside zu einer Ansammlung von bis zu 1000 Tieren zusammen und halten sich mehr in den tieferen Gewässern auf.

Doch nicht nur die Delfine ziehen Mike Lloyd auf Meer hinaus. Auch mit einem Pinguin hat der erfahrende Tourguide inzwischen Freundschaft geschlossen. "Ich habe angefangen immer den gleichen Ton zu pfeifen, wenn ich mit dem Boot unterwegs war", sagt er, "plötzlich antwortete er mir und jetzt halten wir beide immer nach einander Ausschau."
Das spannendste Erlebnis hatte Lloyd einmal in der Bucht von Walvis Bay mit einem Orka-Wal. "Unser Boot hatte sich im dicksten Nebel befunden", so der Seemann, "wie in einem gruseligen Film schaute ganz unerwartet, ganz nah eine riesige Flosse aus dem Wasser." Das sei atemberaubend gewesen. Das Herz habe allen bis zum Hals geklopft. Doch ganz friedlich sei die Bootsfahrt fortgesetzt worden. Der Orka habe sie sogar bis zum Langstrand begleitet. n

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