26 Mai 2020 | Gesundheit

Namibia meldet neue COVID-19-Fälle

Verwirrung um Fall aus Walvis Bay - „Wir durften die Quarantäne verlassen“

Die Anzahl der Corona-Fälle in Namibia ist am Wochenende auf 21 gestiegen. Dies soll allerdings kein Grund zur Panik sein. Indessen machen widersprüchliche Angaben über einen an COVID-19-erkrankten Lkw-Fahrer, der die Quarantäne in Walvis Bay unrechtmäßig verlassen haben soll, die Runde.

Von Erwin Leuschner und Leandrea Louw, Swakopmund/Windhoek

Namibia hat seit vergangenen Donnerstag fünf neue bestätigte COVID-19-Fälle. Alle erkrankten Personen befinden sich in Quarantäne. Diese Angaben machte Gesundheitsminister Dr. Kalumbi Shangula im Laufe des Wochenendes und mahnte alle Personen, die sich in der Quarantäne befinden, sich an die zutreffenden Regeln zu halten. „Ich wiederhole meine Warnung erneut“, sagte der Minister am Sonntag.

Mit dieser Aussage verwies er auf Namibias jüngsten und somit 21. COVID-19-Fall. Es handele sich dabei um einen 47-jährigen Lkw-Fahrer, der am 8. Mai von Johannesburg kommend in Namibia eingetroffen sei und sich in der Lkw-Quarantäne-Station Walvis Bays in Quarantäne befunden habe. Der Mann sei zusammen mit einem anderen Lkw-Fahrer aus der Quarantäne „ausgebüxt“, bevor sie von der Polizei verhaftet und unter Zwangsquarantäne gestellt worden seien. Ein vorheriger COVID-19-Test sei dann am Samstagabend als positiv bestätigt worden. „Beide Lkw-Fahrer wurden inzwischen von ihren Arbeitgebern gefeuert, weil sie die Quarantäne-Regeln missachtet haben. Wir sind noch damit beschäftigt, alle Personen aufzuspüren, mit denen sie in Kontakt waren“, erklärte der Minister.

Die Angaben des Ministers stehen im starken Kontrast zu der Version der beiden Lkw-Fahrer. Sie behaupten, dass sie nicht über die Quarantäne-Regeln aufgeklärt worden seien und lediglich eine WhatsApp erhalten hätten, laut der sich zurückgekehrte Fahrer beim Lkw-Depot aufhalten müssten und nicht nach Hause gehen dürften. „Wir haben nur diese WhatsApp erhalten“, sagte die beiden Lkw-Fahrer auf Nachfrage. Während ihres Aufenthalts in der provisorischen Lkw-Quarantäne-Station seien sie am 11. Mai von ihrem Arbeitgeber über eine 50-prozentige Gehaltskürzung informiert worden. „In dem Brief hieß es, dass wir damit zur Bank gehen sollen und ein Darlehen beantragen können“, erklärten sie. Darüber hinaus hätten sie sich selbst Lebensmittel besorgen müssen. „Da wir zu Bank gehen durften, waren wir unter dem Eindruck, dass wir uns auch sportlich betätigen dürfen und sind daher am 12. Mai joggen gegangen“, behaupten sie. Am gleichen Tag seien sie verhaftet worden.

Eine ähnliche Ansicht wie die der Lkw-Fahrer teilte auch Knowledge Ipinge, Regionalratsmitglied für den Wahlkreis Walvis Bay. „Diese Ansicht, dass sich die Lkw-Fahrer aus dem Depot geschlichen haben, bleibt unbestätigt“, teilte Ipinge mit. „Wir beobachten die Situation und sind der Meinung, dass sie zu Unrecht entlassen wurden. Ungerecht in dem Sinne, dass die an dem Tag, an dem sie joggen waren, von der Firma die Erlaubnis bekommen haben, Banken und Geschäfte zu besuchen“, so der Politiker. Indessen ruft er die Gemeinschaft auf, trotz der Neuerkrankungen die Ruhe zu bewahren.

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