27 Juli 2017 | Sport

Namibia ist Weltspitze

Leichtathleten wurden von Sponsor und Sportverbänden empfangen

Auf den Sprintdistanzen gehören die namibischen Leichtathleten mit Behinderung zu den besten der Welt. Gestern wurden sie nach der Weltmeisterschaft in London in Windhoek willkommen geheißen. Trotz des Erfolgs, gab es nicht nur Positives zu besprechen.

Von Emanuel Hege

Windhoek

Gestern wurden die Leichtathleten, die bei der Weltmeisterschaft der Sportler mit Behindeurng in London teilgenommen haben, im Gebäude der First National Bank (FNB) empfangen. Die FNB dankte als Sponsor den Sprintern Johannes Nambala, Ananias Shikongo, Eino Mushil und Lahja Ishitile für ihre Engagement bei der WM. „In einer Zeit der wirtschaftlichen Probleme gibt ihr uns mit eueren tollen Leistungen Hoffnung“, sagte die Chefin für die soziale Investitionen, Revonia Kahivere, vor dem Team, Mitgliedern der Sportverbände und den Medien. „Die persönlichen Opfer, die ihr für euer Land erbracht habt, sollten uns alle dazu ermutigen jeden Tag unser Bestes zu geben.“

Das namibische WM-Team besteht aus den vier Sprintern, zwei Begleitläufern, einer Trainerin und dem Manager und Cheftrainer Michael Hamukwaya - die Mannschaft holte in London drei Silbermedaillen. Johannes Nambala wurde in der sehbehinderten Kategorie T13 zweiter über 100 und 400 Meter, Ananias Shikongo und sein Begleitläufer Even Tjiviju gewannen in der Kategorie T11 Silber über 100 Meter. „Ich bin zwar über die 200 Meter im Vorlauf ausgeschieden, mit dem Wettkampf bin ich trotzdem zufrieden. Ich weiß, dass ich eigentlich besser bin und das werde ich auch wieder zeigen“‚ sagte Shikongo im Rückblick auf seine WM. Nambala ist mit zwei Silbermedaillen unterdessen der Star des diesjährigen WM-Teams: „Ich bin sehr glücklich mit meiner Leistung, ich bin jetzt motiviert weiter hart zu arbeiten.“

Einige Wochen vor der WM sah es jedoch so aus, als ob das WM-Team die Reise nach Großbritannien nicht antreten kann. Die zuständigen Verbände des namibischen Sportkomitees (NSC), des paralympischen Komitees (NPC) und des olympischen Komitees (NOC) kündigten an, dass nicht genug Geld vorhanden sei, um die Athleten nach London zu schicken. Es wurden viele Hebel in Bewegung gesetst und sogar eine privat organisierte Stiftung eingerichtet. Mit einem riesen Defizit in der Kasse kaufte der paralympische Verband die Flugtickets nach London - dabei wusste der Verband nicht, ob die Startgbühren und die Unterkunft bezahlt werden könnten. Einige Tage vor Abflug sprang die FNB als Partner ein und schloss die finanzielle Lücke, welche die Verbände und die Athleten in Atem gehalten hatte. „Die FNB hat unseren Hilferuf in letzter Minute gehört”, sagte Nationaltrainer Hamukwaya.

Edelberth Shivute Katamba ist Direktor des Sportministeriums, er bedankte sich gestern bei der FNB für ihr Engagement und hob hervor, dass mehr namibische Unternehmen diesem Beispiel folgen sollten. Als einzige Instanz des namibischen Sports, hatte das Ministerium nichts mit der Notfinanzierung des Paralympischen Teams zu tun. Denoch erklärte Katamba, dass der Staat weiter daran arbeitet, den Sport zu unterstützen: „Wir haben einen Plan den privaten Sektor noch mehr in den Sport zu involvieren. In unserem NDP5 (nationaler Entwicklungsplan) ist eine Professionalisierung des Sports inbegriffen.“

Unterdessen bedauerten die Athleten die schlechte Finanzierung und die unzureichenden Trainingsbedingungen. „Ich bin natürlich dankbar für die Unterstützung. Die Wochen vor der Abreise waren jedoch eine Enttäuschung, die Regierung wusste was auf sie zukommt und sie hat die Zeit nicht genutzt“, sagte Shikongo gestern und fügte hinzu: „Das sollte ein Weckruf sein.“ Auch der zweifache Silbermedaillengewinner Nambala wünscht sich für die Zukunft mehr Aufmerksamkeit: „Wir wohnen und trainieren in Katatura. Eigentlich sollten wir öfter im Independence Stadium trainieren aber wir können uns die ständigen Taxifahrten nicht leisten.“ Trainer Hamukwaya deutete unterdessen das hohe Leistungspotential in der paralympischen Sportszene hervor: „Die Leichtathletik ist derzeit auf einem unglaublich hohem Niveau. Um da mithalten zu können brauchen wir finanzielle Unterstützung.“

Auf ehrenamtlicher Basis und mit privatem Engagement wollen Elisa Ostet und Paul Gschwender die Athleten mit Behinderung unterstützen und für bessere Bedingungen sorgen. Die zwei jungen Helfer haben die Stiftung „Sport on the Move“ gegründet und wollen mithilfe von Spenden und Unterstützern aus der Wirtschaft einen Teil zur Verbesserung der Bedingungen beitragen. Dafür veranstalten sie mit den Athleten zusammen ein Wilkommens- und Spendenfest im Cramers Cafe auf der Independence Avenue in Windhoek - los geht’s am Sonntag, 30. Juli, ab 14 Uhr. Auch Shikongo weiß die Rückendeckung zu schätzen: „Paul und Elisa haben uns im letzten Jahr sehr angetrieben. Sie haben uns geholfen und uns Mut gemacht. Wir freuen uns darauf mit der Stiftung durchzustarten.“

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