30 August 2019 | Natur & Umwelt

Namibia überdenkt CITES

Umweltminister erkennt keinen überzeugenden Vorteil für Namibia

Namibia denkt ernsthaft darüber nach das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen zu verlassen, nachdem sein Vorschlag, die Jagd und den Handel mit dem südlichen weißen Nashorn und seinen Produkten zuzulassen abgelehnt wurde. Dieser Vorstoß sollte auf Dauer auch den Handel mit Elfenbein einschließen.

Von Frank Steffen

Windhoek

Umweltminister Pohamba Shifeta konnte bei dem 18. Gipfel von CITES (Cop18) in Genf in der Schweiz mit beeindruckenden Zahlen aufwarten, scheiterte aber bei dem Versuch die Bestimmungen des CITES dahingehend erleichtern zu lassen, dass Staaten, die einen erfolgreichen Naturschutz betreiben, künftig dazu berechtigt sein sollten, mit den Nasenhörnern von Nashörnern (spezifisch dem Breitmaulnashorn bzw. dem Weißen Nashorn), Handel zu treiben. Auf Dauer sollte dies dann auch auf den Handel mit Elfenbein, bzw. Elefantenzähnen ausgebreitet werden.

Einige der Mitgliedsstaaten der Staatengemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC) kämpfen momentan mit einer Zunahme an Großwild aufgrund erfolgreich durchgeführter Schutzmaßnahmen. Bereits früher im Jahr hatten sich einige der SADC-Staatschefs darüber beraten, wie sie der Lage Herr werden könnten (AZ berichtete). Insbesondere wurde die untragbare Menge an Elefanten im botswanischen Raum besprochen, und waren sich die Politiker einig, dass sie als vereinigte Front an das Thema herangehen müssen, wenn sie auf Dauer den durch die Wildtier-Überbevölkerung entstehenden Mensch-Tier-Konflikt erfolgreich lösen wollen.

Generell genießt Namibia auf internationaler Ebene einen guten Ruf aufgrund eines modernen und fortgesetzten Umwelt- und Tierschutzes, welche in der Verfassung des Landes verankert ist. Von daher gibt es nun doch einige Länder, die aufhorchen, nachdem der namibische Minister für Umwelt und Tourismus (MET), Pohamba Shifeta, die fortgesetzte Mitgliedschaft Namibias an dem Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) ein Stück weit in Frage stellt. Der Vorschlag Namibias und der SADC war von zweitdrittel der Mitglieder abgewiesen worden.



Ausnahme abgelehnt

Das CITES-Abkommen - auch als Washingtoner Artenschutzübereinkommen bekannt - soll grundsätzlich einen nachhaltigen, internationalen Handel mit den in ihren Anhängen gelisteten Tieren und Pflanzen gewährleisten. Dabei soll es nicht in die Souveränität eines Staates eingreifen, da die rechtliche Umsetzung des Abkommens einem jeden Mitgliedstaat obliegt.

Shifeta hatte argumentiert, dass eine Ausnahmeregelung auf die SADC-Länder mit den weltweit größten Nashorn- und Elefantenpopulationen zutreffen sollte. So sei bspw. die Population des weißen Nashorns in Namibia gesund und das Tier daher nicht vom Aussterben bedroht. Namibia wollte, dass die Trophäenjagd auf weiße Nashörner und der Export lebender Tiere genutzt werden, damit die Einnahmen daraus für die Erhaltung und den Schutz dieser Arten verwendet werden können. CITES betrachtet aber diese Tiere weiterhin als vom Aussterben bedrohte Tierarten.

Shifeta wies auf die Tatsache, dass einige der Vertragspartner, die gegen den Vorschlag gestimmt hätten, in ihren Ländern keine Nashornarten haben. Länder, die entscheiden würden, ob Arten auf der CITES-Liste anders eingestuft werden sollten oder nicht, seien teilweise politisch anmaßend und beruhe die Ablehnung daher nicht auf einer wissenschaftlichen Grundlage: „Die Angelegenheit wird politisiert. Namibias Nashorn-Bevölkerung ist die zweitgrößte der Welt.“

Shifeta kam zu dem Schluss, dass sich die SADC-Länder darüber beraten sollten, welcher Vorteil ihnen durch eine fortgesetzte CITES-Mitgliedschaft zu Teil werde. „CITES hilft uns nicht wirklich, unsere wilden Tiere zu erhalten und das frustriert Länder, die Gutes tun. Ich erkenne keinen Grund, warum wir Mitglied von CITES bleiben sollten“, stellte Shifeta fest.

Lokale Schutzorganisationen und Besitzer von Weißen Nashörnern unterstützen im Übrigen den Antrag und die Argumente des Ministers. Dazu gehören Organisationen wie „Help our Rhinos Now Namibia“ (HoRN.Nam) und das „Rhino Momma Project”.

Gleiche Nachricht

 

Namibias Vogelwelt

vor 11 stunden | Natur & Umwelt

Haben Sie sich je gefragt, wie lange der Maskenweber braucht um ein Nest zu bauen oder was ein Strauß frisst? Oder wie viel ein Honigsauger...

Finanzhilfe gegen Klimawandel

vor 1 tag - 05 September 2019 | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek Der namibische Minister für Umwelt und Tourismus (MET), Pohamba Shifeta, kündigte gestern die Unterzeichnung einer Abmachung an, laut der ein...

MET kümmert sich von nun an mehr um die...

vor 1 tag - 05 September 2019 | Natur & Umwelt

Das Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) hat einen Planentwurf für die zukünftige Verwaltung der Garub-Pferde an Interessensgruppen weitergegeben. Die Namibia Wild Horses Fundation (NWHF)...

Ministerium plant Wildtier-Erhebung

vor 2 tagen - 04 September 2019 | Natur & Umwelt

Divundu (thl) • Das Ministerium für Umwelt und Tourismus werde eine Zählung der Wildtiere in der Sambesi- und Ost-Kavango-Region – einschließlich des Bwabwata- und des...

Wahnsinn und Täuschung

vor 3 tagen - 03 September 2019 | Natur & Umwelt

Nach der Genfer Konferenz über Artenschutz (CITES: Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora), abgehalten vom 17. bis 28. August...

Dürrehilfe: Zehn Millionen Euro für Ost-Kavango-Region

vor 4 tagen - 02 September 2019 | Natur & Umwelt

Bei der Eröffnung der Buffalo-Parkstation am Samstag im Bwabwata Nationalpark lobte der deutsche Minister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller (3.v.r.), Namibias Engagement...

Namibia überdenkt CITES

1 woche her - 30 August 2019 | Natur & Umwelt

Von Frank SteffenWindhoek Umweltminister Pohamba Shifeta konnte bei dem 18. Gipfel von CITES (Cop18) in Genf in der Schweiz mit beeindruckenden Zahlen aufwarten, scheiterte aber...

Verwaltungen ringen mit Auflagen zur Müllentsorgung

1 woche her - 29 August 2019 | Natur & Umwelt

Windhoek (NMH/jcf) • Namibische Lokalverwaltungen sind weiter damit beschäftigt, ihre Mülldeponien gemäß der Vorschriften des Umweltministeriums anzupassen. Nach Angaben des Umweltministeriums haben sich derzeit allerdings...

Buckelwal-Kadaver in Swakopmund an Strand gespült

1 woche her - 29 August 2019 | Natur & Umwelt

Der Kadaver des Buckelwals, der zuvor gestrandet war und am Samstag erlöst werden musste, ist am Dienstagabend wieder bei Meile 4 vor Swakopmund angespült –...

Brennofen nicht ganz ausgelastet

1 woche her - 27 August 2019 | Natur & Umwelt

Von Claudia ReiterWindhoekFast täglich steigen dunkle Rauchwolken des alten Verbrennungsofens neben dem Katutura-Staatskrankenhaus auf – obwohl seit November vergangenen Jahres die „modernste Anlage im südlichen...