01 Oktober 2019 | Natur & Umwelt

Namibia baut auf Biomasse

Interessenvertreter nehmen an Holzenergie-Treffen in Würzburg teil

Die nachhaltige Biomassenproduktion Namibias wird weiterhin in Zusammenarbeit mit deutscher Hilfe vorangetrieben. Holzkohle bleibt die treibende Kraft hinter dieser Nutzung und ist die Obergrenze – anders als im Fall des unkontrollierten Kahlschlags im Nordwesten Namibias – noch lang nicht erreicht.

Von Frank Steffen

Windhoek

Namibia stellte sich bei dem 19. Fachkongress für Holzenergie als mögliches künftiges Partnerland vor. Dafür wurde ein eigenes Programm unter dem Titel „Großes Biomassen-Angebot“ erstellt und durch Gastreden sowie Informationsstände erklärt. Joseph Hailwa, der für die Forstwirtschaft zuständige Direktor des Ministeriums für Landwirtschaft, Wasser und Forstwirtschaft (MAWF), erkannte in der Konferenzteilnahme einen Erfolg für die namibische Biomassen-Branche. Man habe für Namibia geworben und Kontakte geknüpft.

Der Fachkongress fand am 25. und 26. September 2019 als Leitveranstaltung des bundesdeutschen Holzenergiemarktes statt. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hatte namibische Interessenträger zu diesem Treffen eingeladen, das in diesem Jahr unter dem Leitwort „Nachhaltige Lösungen für den Klimaschutz“ stand. Der Fachkongress, der vom Fachverband Holzenergie im Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) durchgeführt worden war, zielt auf den aktiven Austausch unter etwa 250 Branchenvertretern ab.

„Deutschland hat die politische Entscheidung getroffen, die Verbrennung von Kohle einzustellen. Busch-Biomasse aus Namibia hat eindeutig das Potenzial, eine Rolle im Biomasseimportsektor zu spielen – Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Produktion und Versorgung vorausgesetzt. Investitionsentscheidungen werden voraussichtlich in den nächsten drei bis fünf Jahren getroffen“, sagte Matthias Held, Geschäftsführer des Deutschen Holzenergie-Verbandes.



Namibia schildert Potenzial

Bei der Konferenz wurden aktuelle Sachstände der Gesetzgebung und dementsprechende Handlungsempfehlungen für die weitere Markt- und Projektentwicklung diskutiert. Die Delegation aus Namibia setzte sich aus Vertretern der Nationalen Planungskommission, des MAWFs und des Ministeriums für Industrialisierung, Handel und Entwicklung von Klein- und mittelständischen Betrieben zusammen. Ferner waren Umweltfachleute, Forscher und Branchenvertreter dabei – dazu gehörten die Namibian Charcoal Association (NCA), die Walvis Bay Corridor Group (vom Logistik-Fach) und die Namibian Biomass Industry Group (N-BiG). Moderiert wurde der Delegationsbesuch vom GIZ-Projekt zur Buschkontrolle und Biomassenutzung (BCBU).

Laut einer Mitteilung der GIZ gelten mehr als 30 Millionen Hektar Weideland in Namibia als verbuscht – dies entspricht einem Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Es wird angenommen, dass 300 Millionen Tonnen Biomasse für eine nachhaltige Ernte im Rahmen der Wiederherstellung von Weideland zur Verfügung stehen. Laut N-BiG werden momentan nur 1,36 Millionen Tonnen Buschbiomasse pro Jahr genutzt und müssen die Ernte- und Logistikstrukturen erheblich verbessert werden, damit die sozioökonomischen und ökologischen Vorteile ausgenutzt werden können.



Forstamt muss aktiver werden

Die Holzkohle-Produzenten waren unlängst kritisiert worden, weil die Kontrolle über die Entbuschung in Namibia scheinbar nur bedingt, bzw. unter ihren Mitgliedern und nicht landesweit ausgeführt wird. Die NCA und N-BiG sind die treibenden Kräfte hinter einer kontrollierten Biomassennutzung. Dabei werden sie oft als verantwortliche Instanzen gehandelt, während dies grundsätzlich zur Pflicht des Forstamts gehört. Zunehmend gerät dies Amt in die Kritik, da es nicht die Gesetzesvorlagen befolgt, wenn es um die Kontrollen über das Holzfällen sowie die Biomassen-Ernten im ganzen Land geht – in beiden Fällen werden geschützte Bäume teilweise bedroht.

Während sich die Rollenspieler aus der Privatwirtschaft weitgehend nach den Vorgaben des Forest Stewardship Councils (FSC) für die Nachhaltigkeit richten, scheint sich das Forstamt erst jetzt mit einer Gesamtkontrolle auseinanderzusetzen, nachdem der Kahlschlag im Nordwesten des Landes verheerende Folgen nach sich zieht.

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