18 Juni 2021 | Natur & Umwelt

Nachhaltigkeit ist Parteiziel

ReconAfrica: Aktivisten erkennen sozio-ökonomische Risiken

Die im Exil geborene Ina-Maria Shikongo beruft sich auf Nachhaltigkeitsziele, die im SWAPO-Parteimanifest verankert sind. Indessen befürchten zwei weitere SOUL-Mitglieder die Auswirkungen einer Ölförderung in den Kavango-Regionen. ReconAfrica selbst wird der Dreistigkeit bezichtigt.

Von Frank Steffen

Windhoek

Die Einwände gegen die andauernde Ölexploration in den Kavango-Regionen Namibias seitens des Umweltschutzverbandes SOUL (Saving Okavango's Unique Life) am vergangenen Dienstag, wurden dem Ständigen Parlamentarischen Ausschuss für Natürliche Ressourcen nicht nur vom Geologen Mathew Totten (Jnr.) vorgetragen. Rinaani Musutua vom „Economic and Social Trust“ sowie Nadia April vom „Women's Leadership Centre” gingen näher auf die sozio-ökonomischen Auswirkungen ein. Umweltaktivistin Ina-Maria Shikongo bekannte sich indessen überzeugend zu ihrer selbstauferlegten Pflicht, als Mitglied der Fridays-for-Futures-Organisation, die Umwelt für künftige Generationen zu erhalten.

Shikongo überzeugte mit nüchternen Argumenten, kam dann aber in Fahrt als sie die anwesenden Parlamentarier mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontierte: „Ich bin im Exil geboren und aufgewachsen. Meines Vaters Asche habt ihr von Lubango hierhergebracht und am

Heldenacker zur Ruhe gelegt. Ich wurde von den Idealen der SWAPO-Partei geprägt. Dazu gehörte das Parteiziel, nach der Unabhängigkeit eine nachhaltige Umweltstrategie zu entwickeln und durchzusetzen. Jetzt soll ich zusehen, wie diese im Parteimanifest verankerten Vorsätze einfach ignoriert werden? Soll ich etwa wie mein Vater damals, wieder in den Busch zurückkehren um mich gegen Missstände im Lande aufzulehnen?“ Sie las Auszüge aus dem Manifest vor.

April und Musutua wiesen auf die Risiken, die eine Ölförderung für die Region beinhalte. April sorgte sich insbesondere um die Gesellschaft: „Ausländer und Minenarbeiter werden zum Alkohol- und Drogenmissbrauch unter der Lokalbevölkerung beitragen. Ich fürchte eine Welle von Schwangerschaften unter unseren jungen Frauen.“ Gerade die verarmte indigene San-Bevölkerung sei anfällig für Verdienste infolge der Prostitution. Als Lokalansässige wisse sie, dass die San-Frauen entgegen bestehender Verpflichtungen im Rahmen von UN-Abkommen, nie über eine geplante Ölförderung informiert worden seien.

Musutua stemmte sich gegen das „Selbstverständnis mit dem ReconAfrica einfach unser Land übernimmt“. Die Exploration betreffe indessen nicht nur die Kavango-Regionen, sondern ganz Namibia. „Sie sind nicht in Besitz von Genehmigungen für die Wassernutzung und sie stellen ein paar wenige Leute als Zeitarbeiter für 12 Tage an, das entspricht nicht dem namibischen Arbeitsgesetz“, beschwerte sich die Aktivistin.

Darüber hinaus sei es dreist, wie ReconAfrica sich auf internationalen Foren wie der Nachrichtenplattform „oilprice.com“ brüsten würde, wie einfach es gewesen sei, ihren Anspruch auf Land in der Region durchzusetzen, nachdem die Regierung an dem Vorhaben beteiligt worden sei. „Diese Frechheiten entsprechen dem Inhalt des Jahresberichtes der Weltbank aus dem Jahr 2018. Darin wird festgehalten, dass der Missbrauch afrikanischer Ressourcen durch ausländische Firmen, nie dagewesene Ausmaße angenommen hat. Nicht alle Investitionen in Namibia bringen dem Land automatisch Vorteile“, urteilte Musutua.

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