31 Juli 2019 | International

Nach Tötung von Demonstranten im Sudan: Schulen geschlossen

Khartum (dpa) - Nach der Tötung von vier Schülern und einem Erwachsenen bei einem Protest im Sudan hat die Militärführung des Landes alle Schulen geschlossen. Es seien Anweisungen gegeben worden, alle Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen bis auf weiteres zu schließen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Suna den führenden Militärrat am Dienstagabend. Am Mittwoch blieben die Schulen in dem Land im Nordosten Afrikas dann weitgehend geschlossen.
Im Sudan im Nordosten Afrikas haben die politischen Spannungen jüngst zugenommen. Seit Langzeit-Präsident Omar al-Baschir im April vom Militär gestürzt wurde, ringen die Streitkräfte und die Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung. Eigentlich hatten beide Seiten Anfang des Monats eine Einigung erzielt. Dennoch kommt es immer wieder zu Protesten in verschiedenen Städten des Sudans.
Demonstranten hatten am Montag in der Stadt Obeid in der Provinz Nord-Kordofan eine rasche Machtübergabe an eine zivile Regierung gefordert. Dabei wurden vier Schüler und ein Erwachsener von Scharfschützen getötet, wie ein Ärzteverband berichtete. Der Chef des Militärrats bezeichnete den Vorfall in Obeid laut Suna als „bedauerlich“ und „inakzeptabel“. Am Dienstag gingen erneut Tausende in Khartum auf die Straße, um zu protestieren.
Wer für die Tötungen am Montag verantwortlich ist, war zunächst unklar, allerdings werden die Schnellen Einsatztruppen (RSF) dahinter vermutet. Die RSF sind formell eine Einheit der Streitkräfte, agieren aber weitgehend autonom. Ihnen werden viele Menschenrechtsverletzungen nachgesagt. Sie werden auch für die Tötung von mehr als 100 Menschen bei der gewaltsamen Räumung einer Sitzblockade in Khartum am 3. Juni verantwortlich gemacht.

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