27 Oktober 2017 | Leserpost

Nach Sotschi-Flug: Air Namibia wirkt unglaubwürdig

Betr.: „Air Namibia streicht Flug SW 286 am 24. Oktober“ (AZ, 20. Oktober 2017)



Neben bewussten Fehlinformationen, die das Bodenpersonal in Deutschland zunächst an die Passagiere weitergab, war der Flug ein Desaster.

Die deutsche Hotline war in Deutschland durch eine Bandansage vertreten. Abgehoben hat der Flieger nicht um 12:00 Uhr am Folgetag, sondern um 13:40 Uhr. Bei Nachfragen zur Abflugzeit, als wir bereits im Flugzeug saßen, verwies man uns sachlich auf die Sitzplätze mit der Bitte des Anschnallens aus Sicherheitsgründen , und dies ca. eine Stunde vor dem Start der Maschine, um keine Antworten auf konkrete Fragen geben zu müssen. Die Passagiere befanden sich um 12 Uhr an Bord, das Gepäck nicht. Angeblich sei dies ein Problem der Belader gewesen. Man schob die erneuten Verspätungen auf die Organisation des Frankfurter Flughafens und deutsche Behörden, wegen fehlender Papiere.

In Frankfurt erschien weder am ursprünglichen Abflug-, noch am Folgetag, trotz Anforderung der Passagiere, ein Vertreter Air Namibias. Stattdessen fuhr man uns gut zwei Stunden entfernt von Frankfurt nach Bad Kissingen in Bayern in eine Unterkunft zwecks Übernachtung, wohl um den hohen Preisen Frankfurter Hotels zu entgehen, und das trotz einer Vielzahl älterer Passagiere. Die Schikane der abendlichen Hinfahrt und nächtlichen Rückfahrt um 5 Uhr nachts war bezeichnend.

Das Geltendmachen von Regressansprüchen, die EU-Fluggästen zustehen, wurde von Air Namibia auch nach wiederholter Aufforderung zur Übersendung der zuständigen Kontaktdaten/Formulare rigoros ignoriert. Mit den nun entstehenden zusätzlichen Rechtsgebühren erhöht Air Namibia den Schaden nochmals, abgesehen von dem Frust und Ärger, die Air Namibia offensichtlich egal sind. Der Imageverlust, der hier entstanden ist, wird billigend in Kauf genommen.

Das Chaos, welches hier entstand, ist sicherlich nicht nur durch den Sonderflug nach Sotschi veranlasst, sondern auch durch inakzeptables Management der Airline, welches solche Entscheidungen zulässt/trifft. Statt Deeskalation sucht Air Namibia nun auch noch weitere Konfrontationen mit den Passagieren, wenn auch auf rechtlichem Wege. Hier mögen sich Crew und Pilot noch so oft im Namen Air Namibias entschuldigen. Es wirkt vieles unglaubwürdig. Auf meiner Vielzahl von Flügen habe ich noch nicht ein solches inakzeptabeles Verhalten einer Fluggesellschaft gegenüber Kunden erlebt.

Bisher bin ich gerne mit der staatlichen Fluggesellschaft Namibias geflogen. Es gibt jedoch Alternativen, die bessere, vor allem sauberere Maschinen und einen kompetenten Service bieten, und die deutlich schneller sind, selbst mit Zwischenlandungen, hinzukommend in einem besseren technischen Zustand.

Das Ausmaß des Desasters ist jedem halbwegs gebildeten Menschen bereits vor Abheben des Fluges nach Russland bekannt gewesen. Wer trifft solche Entscheidungen? Sehr, sehr schade ist, dass einem so die Freude an Urlauben in Namibia genommen wird.

Gerne hätte ich hier berichtet, dass Air Namibia eine einvernehmliche Lösung mit den geschädigten Passagieren sucht, um zu zeigen, dass ihnen die Panne wirklich leid tut. Jedoch sei einem das Träumen noch weiter erlaubt.



Andreas Schneider, Siegburg

Gleiche Nachricht

 

Notlage der Tourismusbranche

vor 5 tagen - 22 Juli 2021 | Leserpost

Liebe Reiseanbieter in Namibia, ich verstehe, dass die Reisebranche in Namibia leidet und dass ihr aus wirtschaftlichen Gründen dringend auf Touristen wartet. Bevor man aber...

Auf der Suche nach Veronika Schiltsky

1 woche her - 15 Juli 2021 | Leserpost

Sehr geehrte Damen und Herren, mein Name ist Pia Pauls und ich bin auf der Suche nach einer langjährigen Freundin der Familie Pauls: Veronika Schiltsky....

Krematorium reparieren

1 woche her - 15 Juli 2021 | Leserpost

Mit Entsetzen habe ich in der AZ vom 12.7. gelesen, dass der Gesundheitsminister folgende Warnung ausspricht:Er möchte die Öffentlichkeit „erinnern“, dass Personen die an oder...

Impfung erzwingen ist illegal

1 woche her - 15 Juli 2021 | Leserpost

Gemäß unserer Verfassung ist die Teilnahme am Impfen freiwillig. Jeder Arbeitgeber, der von seinen Angestellten eine Impfung erzwingen will, etwa unter der Drohung der Entlassung,...

MTC unterschlägt Millionen

vor 2 wochen - 08 Juli 2021 | Leserpost

ich bin eifriger Leser der AZ und würde gerne etwas veröffentlichen. Es geht um die neuen Praktiken von MTC. Da ich mehr als zwei Monate...

ReconAfrica

vor 3 wochen - 01 Juli 2021 | Leserpost

Es ist immer wieder erschreckend zu lesen, wie dubiose Firmen und deren Machenschaften imstande sind, der Börse eine gewinnbringende Anlagenform vorzugaukeln. Dazu braucht es lediglich...

Eine auf sozialen Medien kursierende Meinungskundgebung

vor 3 wochen - 01 Juli 2021 | Leserpost

There is talk in the scientific community that the small country Namibia has overtaken India, Brazil and European countries and is now the country with...

Die große Chance

vor 1 monat - 24 Juni 2021 | Leserpost

Der Vertrag zur Aussöhnung zwischen Namibia und Deutschland mag klug verhandelt worden sein. Er zeigt jedoch zugleich die Grenze dessen auf, was verhandelt werden kann.Gehen...

Wann ist viel eigentlich genug?

vor 1 monat - 17 Juni 2021 | Leserpost

Ein Angebot von deutscher Seite über 1,1 Milliarden Euro ist nicht genug für die meisten Leute , die glauben das Sagen zu haben.Vielleicht haben sie...

Weshalb werden sinnvolle Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie an...

vor 1 monat - 17 Juni 2021 | Leserpost

Die Verschärfung der Covid-19 Situation an Schulen in Namibia, die hauptsächlich von zu Hause infizierten Schülern in die Schule getragen wird, ließe sich durch einen...