24 Dezember 2002 | Lokales

Mysteriöses Schiffsunglück

Die Eigner der "Marino Primero" rätseln nach dem Untergang des Seehecht-Longliners über die Ursachen der Katastrophe. Der Trawler der Walvis Bayer Firma Merlus war in der Nacht zum Donnerstag auf halber Strecke zwischen Walvis Bay und Lüderitzbucht gesunken.

Walvis Bay - Im Gespräch mit der AZ zeigte sich Merlus-Geschäftsleiter Adolf Burger gestern zutiefst schockiert über die Seekatastrophe, die ein Menschenleben forderte. "Es ging alles rasend schnell", sagte Burger. Nach Version der Überlebenden kann das Sinken der 24 Meter langen "Marino Primero" nicht länger als 30 Minuten gedauert haben. "Als sich das Unglück ereignete, war es sehr stürmisch. Alle an Bord schliefen", schilderte Burger den Hergang, den er und seine Kollegen nur nach den Zeugenaussagen der Überlebenden rekonstruieren können.


Der unter ukrainischer Flagge fahrende Öltanker "Benin Star" (und nicht "Burning Star", wie es anfangs hieß) nahm das erste Rettungsboot mit elf Überlebenden um 5.20 Uhr am Freitagmorgen auf - fast 30 Stunden, nachdem die "Marino Primero" gesunken war. Ein weiteres Floß mit zwölf Crewmitgliedern wurde wenige Stunden später geborgen.


Burger geht inzwischen nicht mehr davon aus, dass der Erste Maat Willie Jacobie (56) noch lebt. "Nach Aussagen seiner Kollegen hat Jacobie ihnen beim Anlegen der Schwimmwesten und beim Besteigen der Rettungsboote geholfen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er zwar eine Schwimmweste angelegt, aber es scheint, als ob er in der Hektik vergessen hatte, sie festzuschnallen." Wie die Überlebenden weiter aussagen, sei Jacobie, der seit zwei Jahren im Dienst von Merlus beschäftigt wurde, plötzlich hinterrücks von einem Löscheimer am Bein getroffen und über Bord geschleudert worden.


Erst am Freitag, nachdem die Überlebenden geborgen worden waren, erfuhr der Eigner von dem Unglück. Dass die Merlus-Zentrale in Walvis Bay seit Mittwoch keinen Kontakt mehr mit der "Marino Primero" gehabt habe, sei nicht außergewöhnlich. "Sie war am Dienstag ausgelaufen und befand sich weit südlich, wordurch die Kontaktaufnahme via Funk erschwert wurde. In der Regel nehmen wir nur alle drei Tage Verbindung zu unseren Schiffen auf."


Die Ursache des Unglücks festzustellen, wird kaum mehr möglich sein. "Das Schiff liegt zu tief, als dass wir Taucher hinabschicken könnten", so Burger. "Der Bug der Marino Primero muss von einem harten, großen Gegenstand aufgerissen worden sein. Nach Aussagen der Crew drang das Wasser von vorn in den Rumpf ein."


Der Merlus-Manager kann noch immer nicht glauben, dass die "Marino Primero" gesunken ist. "Sie hatte einen Stahlrumpf und war mit modernsten Mitteln ausgestattet. Das Schiff hätte selbst dem schwersten Sturm standhalten müssen. Technisch betrachtet müsste sie selbst im Falle eines Lecks wie ein Korken auf dem Wasser schwimmen." Die Crew unter Kapitän Deon Venter sei überaus erfahren. Die Firma habe einen Fachmann beauftragt, die mögliche Unfallsursache zu ergründen. Auch die Regierung werde eine Untersuchung einleiten.


Burger lobte die von der "Nathaniel Maxuilili" geleiteten Rettungsarbeiten. "Die Schiffe und Flugzeuge haben sehr professionell gehandelt." Indes sei die Suche nach dem vermissten Ersten Maat offiziell abgebrochen worden.

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