18 Januar 2019 | Meinung & Kommentare

Museen: Namibischer Eiertanz

Demnächst soll Hendrik Witboois Familienbibel und Peitsche an Namibia zurückgegeben werden. Überall machen sich Politiker, Kuratoren und Interessenträger Gedanken darüber, wie man in der modernen Zeit mit den Themen Museologie und Provenienz umzugehen hat. Sammlungen und Museen ändern ihre Statuten im Eilverfahren, damit Exponate an ihre „rechtmäßigen Eigentümer“ zurückerstattet werden können.

Aber wer darf welches Kulturgut besitzen? Man darf sicher keinem Ägypter verübeln, wenn er tausende Objekte, die aus den ägyptischen Pyramiden und Grabstätten entfernt wurden, heute zurückverlangt. Was hat eine Stele oder eine Sarkophag in Europa oder Amerika zu suchen? Sie gehören an „ihren“ ursprünglichen Platz. Sicherlich nicht weniger als das Padrão von Diego Cao, das nicht nach Deutschland gehört, weil es nun mal zu einem besonderen Anlass in Namibia gepflanzt wurde. Es handelt sich doch nicht um eine verhandelbare Münze.

Und so gehört auch kein einziger Schädel wo auch immer in der Welt ausgestellt - egal von welchem Volk. Und wenn ein Hendrik Witbooi mit seinen Fehlern und Stärken in Namibia gelebt hat, so gehört „sein“ Kulturgut, das dem einen mehr und dem anderen weniger bedeutet, auch hierher.

Doch tragen Regierung und alle Museums-Organe (auch in Namibia) eine Mitverantwortung. Es darf und kann nicht angehen, dass die Geschichte des Landes selektiv „aufgehoben“ wird. Sie hat uns alle geprägt - im Guten wie im Bösen. Damit sei nicht gesagt, dass alles immer zu jeglicher Zeit ausgestellt werden muss. Schon gar nicht um üble Themen zu „verherrlichen“, aber die Exponate gehören aufgepasst! Ob Reiter, Bibel oder Peitsche, alles Kulturgut sollte gesammelt, eingeordnet, archiviert und gepflegt werden.

Denn künftige Generationen werden diese Dinge irgendwann mal neugierig und ohne Emotionen betrachten, bzw. bewundern wollen. Dafür ist ein Museum da und nicht um der heutigen politischen Gesellschaft zu gefallen oder das aktuelle Geschichtsverständnis zu unterstreichen.

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