15 November 2018 | Glosse

Morschen die Dinger Stunden oder spar‘n die Zeit?

Jesslaik, die Angebote überstürzen sich, welche Tricks und Schikanen jedes neue elektronische Gätschett Dir bieten kann. Die Werbung suggeriert, dass Deine Lebensqualität durch den Erwerb des neusten Smartfouns gehoben werde oder eines Aipähds oder eines Täbletts. Wer will den schon ´n Telefon ham, wenn es Smartfouns gibt! Computer-Typen sowohl der Premiumspitze als auch der Volksieklasse, die vor wenigen Jahren noch mehrere Werbeseiten der Käseblätter gefüllt ham, sind jetzt an den Rand gedrängt. Kundenfänger und Main-Stream-Modebegriffe wie Bluetooth sind schon wieder verschwunden. Aber net nich worrien, da kommen neue.

´s is wie im Supermarkt. Dort bieten die alles, was Du brauchst. Werbung und Etiketten drängeln aber, dass Du von den Regalen sommer stief mitnimmst, auch wenn´s zu nix nutze is, außer für die Kasse des Ladens, für die Profitbilanz und die Statistik der Ökonomen, wie´s denn um die Konsum- und Wegwerfgesellschaft bestellt sei. Bei den elektronischen Mobil-Gätschetts isses mittlerweile so, dass Du einen ganzen Supermarkt elektro­nischer Gimmicks in der Hand hältst, wovon Du nur den kleinsten Teil nutzt und den größten Teil entweder gar nich verstehst und/oder net nich brauchst. Aber Du sollst den Klimbim haben wie einen Sportwagen, der iesie 200 km plus die Stunde rasen kann, obwohl Dir mit legalem Normalempo gedient is.

Wenn Du mit den Gätschetts Trabbel hast, musste net nich die Schuld auf die Blech- und Drahthirne schieben. Das is ja bloß totes Zeug, solange kein Mensch dahinter steht und die Knoppies drückt, nee, das is schon wieder alt - der den Tatsch-Skriehn betätschelt. Und da kommt der unberechenbare Faktor rein. Der bleddy Apparat mag noch so modern und voller Schikanen stecken, am Ende wird er vom Mensch bedient, der seine eigenen Mucken, Schwächen, Motive hat oder sogar „hilfreich, edel und gut“ sein mag, wie die großen Klassiker seinerzeit hofften.

Und welche Bahnen Du auf den Dingern befahren kannst! Wie da wären Twitter, wüst beliebt beim Triumph-Führer der Staaten mit den unbegrenzten Möglichkeiten. Dazu Face Book, das soll hier mal ortographisch und nich phonetisch korrekt geschrieben werden, Sodann noch

Instagram, WhatsApp, Linkedin

und wie se noch alle heißen mögen. Inzwischen gibt´s neue Vokabeln

für die Teilnehmer auf dem Twitter-Forum. Die twittern nämlich, was

soviel heißt wie zwitschern, weil

Twitter ja vom Vogel kommt. Und wer twittert hat schon (s)einen Vogel , den man ihm gar nich erst zeigen muss. Vor wenigen Jahren hat ein Dozent beim jährlichen Journalisten- und Redakteurstreff in Grahamstown

den Schreiberlingen noch beizubringen versucht, wie man twittert und sich eine Internetgefolgschaft aufbauen kann.

Die Mahner, die in der Modezeit

der Computerspiele die Eltern vor Haltungsschäden und Rückgrat­verkrümmung ihrer Kinder gewarnt ham, die auch auf die Gefahr der Fettsucht bei Computer-Acharobs hingewiesen haben, sind inzwischen verstummt. Aber nun treten hier

und da Wanderprediger auf, die

auf „digitales Kokain“ eingehen.

Wer bemächtigt sich Deines Hirns? So fragen die. Der Einstieg lautet so: „Was ist der Unterschied zwischen

einer moderaten Dosis Kokain (,half

a line´ im Drogenkiez) und einer Stunde Video-Spiel?“ Antwort: „Was Dein Hirn betrifft, nix, kein Unterschied.“ Und weiter: „Welchen Beitrag leisten digitale Gätschetts zur Konzentration und zum Fokus im Klassenzimmer?“ Antwort: „Was

Dein Hirn betrifft, keinen.“

Die Wanderprediger sagen nich,

Du sollst die Dinger wegschmeißen. Das jobbt nich. Die sagen nur, wir sollen mit den Dingern richtig um­gehen, ohne süchtig zu werden.

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