12 Oktober 2017 | Meinung & Kommentare

Moody’s trifft keine Schuld

„Wir sind momentan zufrieden mit unserem Urteil“, erklärte Moody’s-Direktor Alastair Wilson am Montagmorgen dem namibischen „Beschwerdekomitee“ in London. Damit sagte er schlicht und einfach, was unzählige Berichte, Forschungen und Untersuchungen längst wiederholen.

Weltorganisationen, wie die Ratingagenturen, schätzen das kleine Namibia ein und bleiben unbeteiligt. Wenn das Zeugnis nicht so ausfällt, wie man es gerne hätte, darf man tatsächlich nicht streiten, auch wenn das Fiasko geerbt wurde. Moody’s urteilt schon immer nicht nur vor Ort, sondern beobachtet Neigungen, Berichte und lokale Umstände, denn Investitionspartner richten sich mehrheitlich nach Tendenzen und Börsenstimmung. Nur weil man die Einwohner oft anflunkert und mit Versprechen hinhält, sobald es um die gelobte Besserung bei der Verwaltung des Landes und seiner Ressourcen, sowie angedrohte - doch immer ausbleibende - Konsequenzen für Beamte aus dem öffentlichen Dienst (inklusive der Staatsbetriebe) geht, bedeutet dies nicht, dass den leeren Versprechen geglaubt werden muss! Ein Moody’s (oder Fitch) lässt sich jedenfalls nichts vormachen.

Aktuelle Fälle, wie der SME-Bankskandal sowie die verschleuderten Steuergelder für Rechtsberatung oder der teure Russland-Trip auf Staatskosten, erinnern einen an die teuren Fahrzeuge und Gefallen, die oft kurz vor einer Wahl von der Swapo-geführten Regierung an Stammesoberhäupter vergeben wurden. Diese „kleinen Geschenke“ bestätigen, dass der Staat seine Fiskalpolitik doch nicht unter Kontrolle behält, sobald die Wahlen näher rücken! Moody’s ist offensichtlich aufmerksamer als unsere vergesslichen Politiker.

Frank Steffen

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