03 September 2020 | Landwirtschaft

Moderne Landwirtschaft

Nahrungsmittelproduktion sichern und Ressourcen optimal nutzen

Eine zweitägige Landwirt-schaftskonferenz soll die Wie-derbelebung des namibischen Landwirtschaftssektors einer-seits und die Modernisierung andererseits herbeiführen. Interessenträger sind überdie Abnahme des Beitrags dieses Sektors zum Brutto-inlandsprodukt besorgt.

Von Frank Steffen

Windhoek

Der namibische Minister für Landwirtschaft, Wasserbau und Landreform, Calle Schlettwein, zeigte sich gestern erfreut über die Landwirtschaftskonferenz – die erste dieser Art –, bei der die Zukunft der namibischen Landwirtschaft betrachtet wird, mit dem Ziel einen modernen Sektor zu entwickeln, der sich an der Marktwirtschaft orientiert. Der Minister betonte, dass die vergangenen 30 Jahre der Unabhängigkeit weiterhin im Kontext der Landesgeschichte ein Novum darstellten, denn in der Zeit davor habe das Land weder andauernden Frieden gekannt, noch seien Gleichheit und Menschenwürde gefördert worden.

Laut dem Programm wird die Entwicklung der Agrarwirtschaft für viele afrikanische Länder von zentraler Bedeutung, einschließlich Namibia, um die wachsende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten zu befriedigen. Es gelte nun eine Wiederbelebung sowie ein Wachstum in diesem Sektor zu bewerkstelligen, wobei tragfähige Wertschöpfung und die Schaffung von Arbeitsplätzen im Vordergrund stünden. Man will den Inlandsmarkt stärken und die Möglichkeiten des innerafrikanischen Handels ausschöpfen. Dies unterliege der Modernisierung des lokalen Agrar- und Ernährungssektors durch innovative Technologien und Ansätze.

Die landwirtschaftliche Transformation sei mehr als eine Änderung der landwirtschaftlichen Methoden, meinte Michael Iyambo, Vorsitzender der Konferenz – er ist der Vorsitzende der Aufsichtsräte der staatseigenen Agri-Bank und des Namibischen Ackerbaurats (NAB). „Es geht um die Transformation der ländlichen Wirtschaft. Die kann nur dann erfolgreich sein, wenn ein gemeinsames Verständnis für den Plan, die Rollen der Interessenträger sowie der Ansatz des Verwaltungsprozesses vorhanden ist. Die wichtigsten Ministerien, der lokale und internationale Privatsektor sowie die Geber müssen auf höchster Ebene aufeinander abgestimmt werden“, forderte Iyambo.

„Die Wirtschaft hat 26 Jahre lang durchschnittlich ein Wachstum in Höhe von vier Prozent verzeichnet und in den vergangenen Jahren einen leichten Rückgang, doch war es uns dadurch möglich, maßgeblich die Armut zu bekämpfen und die Ungleichheit zu mindern“, meinte Schlettwein in seiner einleitenden Rede. Gerade in der Zeit der COVID-19-Pandemie sei es deutlicher denn je geworden, dass es sich kein Land leisten könne, grundsätzlich von Nachbarländern abhängig zu sein: „Wir müssen Mittel für die Nahrungsmittelproduktion sichern und unsere Ressourcen optimal für die lokale Landwirtschaftsproduktion nutzen.“

Aufgrund der verminderten Landwirtschaftsproduktion verlangt der Minister ein dringendes Umdenken – dass sei der Sinn der Konferenz: „Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandprodukt (BIP) steht jetzt auf 3,9 Prozent verglichen mit 7 Prozent im Jahre 2006.“ Eine erfolgreiche Veränderung einer verbrauchsangetrieben Wirtschaft zu einer investitions- und exportangetriebenen Wirtschaft müsse anvisiert werden, so Schlettwein. Es müssten sinnvolle Antworten gefunden werden, wie eine gleichberechtigte Gesellschaft zustande gebracht werden kann, in der alle einen würdevolleren Lebensstil genießen können. Das sei das Hauptziel und nicht die Frage, ob Ermächtigung beziehungswiese eine Umverteilung vorgenommen werden müsse oder nicht.

Den Wert der Konferenz erkennt Schlettwein indessen darin, dass Vorschläge und Input seitens aller Rollenspieler gefunden und gesammelt werden könnten, die in der Landwirtschaftsproduktionsstrategie (Agri-food Sector Strategy ) aufgenommen werden könnten, die der Staat mit der Hilfe der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization, FAO) erstellen will.

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