16 Mai 2017 | Polizei & Gericht

Möller-Mordfall wieder vertagt

Magistrat irritiert wegen fehlendem Rechtsbeistand

Der Magistratsrichter John Sindano ist verärgert über die wiederholte Vertagung des Möller-Mordfalls, welcher gestern wieder nicht fortgesetzt werden konnte weil drei der Angeklagten bisher keine Rechtsvertreter haben, die sich um ihre Verteidigung kümmern.

Von Frank Steffen

Windhoek

Die fünf des Mordes an Hans Möller angeklagten Männer, Panduleni Gottlieb (30), David Tashiya (29), David Shekundja (35), Elly Ndapuka Hinavali (29) und Malakia Shigweda (28) wurden gestern erneut dem Magistratsrichter John Sindano in Walvis Bay vorgeführt. Diesmal war Sindano sichtlich irritiert als er den Mordfall wieder vertagen musste, weil drei der Verdächtigten – Gottlieb, Hinavali und Shigweda – immer noch keinen Rechtsbeistand erhalten haben. „Ich nehme diesen Fall jetzt in die gerichtliche Tagesordnung auf und verlange, dass den Beschuldigten dringend Rechtsbeistand besorgt wird. Die Polizei hat bereits ihre Untersuchung abgeschlossen, weswegen ich bei der Anhörung, die ich jetzt für den 15. Juni festlege, den Beistand bestätigt und zu diesem Zeitpunkt auch gleich die Plädoyer der Angeklagten vorgelegt bekommen will“ , erklärte Sindano.

Wenn die Anhörung dann tatsächlich beginnen sollte, ist der Fall nahezu ein Jahr alt. Der bekannte und beliebte Käpt'n Hans Möller war bei einem Raubüberfall, welcher in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni 2016 stattfand, durch einen Bauchschuss schwer verletzt worden.

Die Verbrecher waren in das Haus der Familie Möller eingedrungen und hatten auf Möller geschossen und ihn getroffen als dieser seiner Frau Carol-Ann zu Hilfe hatte eilen wollen. Abgesehen von der Tatsache dass die Einbrecher auch gewalttätig gegen die Frau vorgingen und sie bedrohten, wurde sie letztendlich gefesselt, bevor die sie mit dem erbeuteten Gut verschwanden. Frau Möller brauchte einige Zeit bevor sie sich endlich selbst befreien konnte, weswegen am Ende alle Hilfe für ihren schwerverletzten Mann zu spät kam; er starb an dem Samstag danach.

Die fünf Männer sind des Mordes, Einbruchs, Raub und versuchten Mordes angeklagt. Staatsanklägerin Teresia Hafeni hatte wegen der Fluchtgefahr und dem schweren Verbrechen bei vorigen Anhörungen gegen die Gewährung einer Kaution plädiert und Richter Sindano hatte ihr rechtgegeben.

Anwalt Mpokiseng Dube, der Tashiya und Shekundja vertritt, hatte sich für den gestrigen Termin entschuldigen lassen, da er bereits im Regionalgericht hatte erscheinen müssen. Diese verspätete Feststellung verärgerte Sindano ebenfalls, weswegen er darauf andrang, dass der Anwalt beim nächsten Termin zu sorgen habe, dass er zugegen ist.

Laut Gottlieb hatte er bereits einen Antrag auf Rechtsbeistand eingereicht und diesen Antrag auch bestätigt bekommen, doch habe sich bisher kein Anwalt bei ihm gemeldet. Hinavali wartet indessen auf seinen Geburtsschein, ohne welchen er keinen Beistand beantragen kann, denn er muss sich ausweisen können. Seine Familie versäumt ihm das Dokument vorbeizubringen. Der vorige Anwalt von Shigweda hatte sich indessen als Verteidiger von seinem Fall zurückgezogen.

Carol- Ann Sowden Möller ist unvermindert der Meinung, dass acht Personen an dem Überfall beteiligt gewesen seien, weswegen sie insgesamt 150 000 N$ Belohnung für die erfolgreiche Inhaftierung der restlichen drei Verbrecher ausgesetzt hat.

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