12 September 2019 | Polizei & Gericht

Mit mehr Härte gegen Triebtäter

Abgeordnete wollen Gesetz zugunsten der Vergewaltigungsopfer verschärfen

Die Anzahl Vergewaltigungen ist besorgniserregend – gerade von Minderjährigen. Das Justizministerium will die Gesetzgebung zugunsten der Opfer verschärfen und so auch härter gegen Sexualstraftäter vorgehen. Ein entsprechender Entwurf soll dieser Tage im Parlament behandelt werden.

Von Nampa und Clemens von Alten, Windhoek

Vergewaltigungen und versuchte Vergewaltigungen könnten künftig in Namibia gleichermaßen schwer bestraft werden, sollte das Gesetz zur Bekämpfung sexueller Gewalt wie geplant verschärft werden. Das erklärte die stellvertretende Staatssekretärin des Justizministeriums, Gladice Pickering, der Presseagentur Nampa am Dienstag in Windhoek. „Es ist sehr wichtig, dass bei der Absicht eines sexuellen Übergriffes juristisch genauso vorgegangen wird, als hätte das Verbrechen auch tatsächlich stattgefunden.“

Opfer und Zeugen im Fokus

Das Ziel sei es, dass sich die Gesetzgebung mehr nach den Überlebenden sexueller Gewalt orientiert. So würde die geplante Gesetzesänderung minderjährigen Opfern und Zeugen mehr Aufmerksamkeit und auch Schutz bieten. Beispielsweise empfehle der Entwurf dem Gericht, die Aussagen von Kindern aufgrund deren Alters nicht als weniger zuverlässig zu bewerten. In diesem Zusammenhang erwähnte Pickering die 26 Sexualverbrechen an Minderjähriger, die zwischen Juli und August den Behörden gemeldet wurden (AZ berichtete).

Ferner enthalte die geplante Gesetzesergänzung neue Pflichten für die Staatsanwaltschaft. „Der Entwurf sieht vor, dass der Beschwerdeführende über neue Entwicklungen in dem Fall informiert wird“, so die Vizestaatssekretärin. Ferner würde es zur Verantwortung des Staatsanwaltes werden, die klagende Partei zu informieren, sobald der Angeklagte beabsichtigt, einen Kautionsantrag zu stellen. Außerdem soll die Beweislage zugunsten der Opfer gestärkt werden: „Ein intaktes Hymen oder fehlende Samenflüssigkeit sollten nicht zwangsläufig gegen den Tatbestand einer Vergewaltigung sprechen“, sagte Pickering.

Fünf neue Ermittlungen

Allein am vergangenen Wochenende sollen weitere vier junge Mädchen vergewaltigt worden sein, wie die Polizei am Montag mitteilte. Das jüngste Opfer sei elf Jahre alt gewesen. Ein Unbekannter soll das Kind auf ihrem Heimweg am Freitag hinter einer Kirche in Rehoboth überrascht, gewürgt, überwältigt und anschließend vergewaltigt haben. „Bisher wurde noch niemand verhaftet und die Ermittlung läuft“, heißt es.

Am gleichen Tag soll sich eine männliche Person in einer Siedlung in der Ohangwena-Region an seiner 13-jährigen Cousine vergangen haben. Der Tatverdächtige soll das Opfer in ihrem Haus in ein Zimmer gezerrt und sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Der mutmaßliche Vergewaltiger sei nicht verhaftet und die Polizei ermittle weiter.

Indes wird nach einem Mann gefahndet, der den Behörden als Lucky bekannt sei und ein 14 Jahre altes Mädchen in Swakopmund missbraucht haben soll. Laut Polizei haben sich der Tatverdächtige und das Opfer bei einer privaten Feier im Stadtteil DRC kennengelernt. Ihm wird vorgeworfen, sie zu sich nach Hause genommen und mit dem „alkoholisierten“ Mädchen „sexuelle Handlungen“ vollzogen zu haben.

Ferner wurde ein 21-Jähriger verhaftet, weil er anglich eine schlafende 15-Jährige zum Sexualverkehr gezwungen habe. Die Straftat soll sich Freitagnacht in der Ortschaft Eenhana zugetragen haben. Tatort war die Wohnung des Tatverdächtigen, wo das Opfer das Wochenende verbrachte.

Wochenlang missbraucht

Ein besonders schwerer Fall des Missbrauchs Minderjähriger soll sich in Uis ereignet haben: Während des vergangenen Monats sollen sich zwei Männer im Alter 67 und 51 Jahren mehrmals an einem achtjährigen Mädchen vergangen und ihr „im Gegenzug eine Bezahlung versprochen“ haben. Die Großmutter habe das Opfer mit einem der mutmaßlichen Täter alleingelassen, der zugleich ihr Geliebter gewesen sei. „Der Fall wurde der Polizei erst am vergangenen Freitag gemeldet und die Tatverdächtigen sind in Haft“, heißt es.

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