29 August 2008 | Dauerbrenner

Mit Dreistigkeit zum Ziel

Wieso teilen, wenn's alleine viel mehr Spaß macht - und was schert mich mein Geschwätz von gestern? Weisheiten wie diese beherrschen wohl derzeit Hirn und Herz von Simbabwes Noch-und-wieder-Präsidenten Robert Mugabe. Der 84-Jährige ist fast da, wo er hin bzw. bleiben will: An der Macht. Die Koalitionsverhandlungen zwischen seiner ZANU (PF) und der MDC sind abgebrochen. Dass sie fortgesetzt werden, ist so wahrscheinlich wie Schnee im Sommer, und Mugabes neuster Coup wird ihnen ohnehin den Todesstoß versetzen: Er will in Kürze ein neues Kabinett benennen- natürlich ohne MDC-Vertreter. Eine Legitimation dafür hat er nicht. Laut dem Abkommen mit der MDC über Regierungsverhandlungen hätte erst nach Abschluss derselben ein solcher Schritt - und auch die Parlamentseröffnung - erfolgen dürfen. Dass sein Kabinett nicht den Willen des Volkes widerspiegelt, das mehrheitlich die MDC gewählt hat, interessiert Mugabe ohnehin nicht - wie ihn das Volk noch nie interessiert hat.

Man hätte es wissen müssen: Mugabe hat keine Lust auf Gespräche und noch viel weniger Lust, die Macht abzugeben. Wie ein Elefant im Porzellanladen trampelt er deshalb auf sämtlichen Vereinbarungen, Richtlinien und Gesetzen herum. Erfolgreich: Durch dreistes Taktieren und gewissenloses Agieren, teils auch durch geheuchelte Verhandlungsbereitschaft hat der größenwahnsinnige und selbstverliebte Despot seine Macht gesichert und es zudem noch geschafft, Morgan Tsvangirai zum Sündenbock zu machen, da dieser einen Entwurf für ein Koalitionsabkommen nicht unterzeichnet hatte - aus gutem Grund, sichert es Mugabe doch mehr Macht und Einfluss zu als angemessen.

Wer Mugabe kennt, weiß: Nichts und niemand wird ihn davon abhalten, Simbabwe weiter zu tyrannisieren. Keine Verhandlungen, keine Zugeständnisse, kein Wählerwille, kein Leid in der Bevölkerung und auch keine Amtskollegen aus der SADC-Region. Die sind ja ohnehin schon wieder auf Tauchstation gegangen und schweigen beharrlich zu den neuen Entwicklungen in Simbabwe.

Der Traum von Wandel und Besserung ist ausgeträumt. Wenn das Land bislang nur vor dem Abgrund stand, befehligt Mugabe es jetzt mit fliegenden Fahnen und einem letzten Schritt hinein - und bleibt dreist oben stehen, während Simbabwe in die Tiefe stürzt.

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