30 März 2010 | Reiseberichte

Mit dem Drahtessel quer durch Namibia

In der Regel besucht der Deutsche aber jedes Land nur einmal, "da die Welt zu groß ist, um sich zu wiederholen". Bisher 70 Länder kann er auf seiner Liste unter "gesehen" abbuchen. In diesem Jahr sollte es Namibia sein. "Eine grobe Planung habe ich bereits zu Hause vorgenommen, aber wenn von vier Landkarten eigentlich keine stimmt, dann muss man kreativ werden", so der Hobbyradler. Mitte November vergangenen Jahres machte sich Skrandies auf den Weg von Windhoek in Richtung Norden, weiter zum Waterberg, durchquerte den gesamten Caprivi, streifte Simbabwe und die Victoria-Fälle, fuhr weiter an der Küste entlang in den Süden Namibias. Insgesamt 6852 Kilometer konnte er auf seinem Tacho verzeichnen, davon 3185 Km auf unbefestigten Straßen. "Da wird man ganz schön durch geschüttelt, aber es ist immer noch besser, als durch eine belebte Hauptstadt in Europa zu fahren". Jeden Tag legte der Radler zwischen 60 und 210 Kilometer zurück, je nachdem wie die Straßen beschaffen waren. Obwohl er diese Strapazen jedes Jahr auf sich nimmt, "spüre ich doch langsam, dass ich an meine körperlichen Grenzen komme". Weil er versucht hat, die großen Straßen zu vermeiden und sich oft in ländlichen Gegenden befand, "hatte ich manchmal Probleme, etwas zu essen aufzutreiben. Ich konnte ja auch nur begrenzt Lebensmittel bei mir führen." Insgesamt 15 Kilogramm leichter ist er, als er Ende Januar 2010 Windhoek erreicht. Anders als er hat sein Fahrrad kaum Verluste zu verzeichnen. "Lediglich ein Reifen ist mir während meiner Tour kaputt gegangen."Übernachtet hat Skrandies fast immer auf Campingplätzen, doch am Weihnachtsabend musste er sein Zelt in der Wildnis aufschlagen. "Da konnte ich nur noch ins Bett gehen". Er wurde aber auch einige Male auf Farmen eingeladen, was für ihn eine willkommene Abwechslung war. Mehr als eine Nacht verbrachte der Radler dann am Oanob-Damm, weil er zu schnell war. "Ich bin eigentlich jeden Tag woanders gewesen, aber ich hatte auf dem Rückweg noch zu viel Zeit, so dass ich mich am Damm etwas länger aufhalten musste. Besonders beeindruckend fand Skrandies in Namibia die Tiere, auch wenn die meisten Angst vor ihm bzw. seinem Fahrrad hatten. "Selbst die Elefanten im Caprivi haben schnell Reißaus genommen, wenn sie mich kommen sahen. An Autos sind die wilden Tiere hier schon gewöhnt, aber einen Drahtesel kennen sie scheinbar nicht. Nur die Giraffen waren recht neugierig und sind nicht geflüchtet."
Das nächste Raderabenteuer hat Skrandies bereits im Kopf geplant: "Solange ich körperlich noch einigermaßen fit bin, muss ich unbedingt nach Südamerika", erzählt er auf dem Weg nach draußen und auf dem Weg zurück nach Deutschland in sein normales Leben als Elektriker im Schwabenland.

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