15 Januar 2019 | Afrika

Mindestens 200 Festnahmen nach Benzinpreisprotesten in Simbabwe

Harare (dpa) - Bei Protesten gegen eine Verdoppelung des Benzinpreises in Simbabwe sind mindestens 200 Menschen festgenommen worden. Eine Person wurde getötet und mehrere Demonstranten wurden bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften verletzt, wie Innenminister Owen Ncube am heutigen Dienstag erklärte.
Die Polizei hatte zur Unterdrückung der Proteste am Montag teilweise auch scharf geschossen. In Armenvierteln am Rande der Hauptstadt Harare patrouillierten auch Soldaten. Heute blieben in der Innenstadt – einem Aufruf der Gewerkschaften folgend – fast alle Geschäfte geschlossen.
Die Proteste richteten sich gegen die am Wochenende beschlossene Benzinpreiserhöhung und gegen Präsident Emmerson Mnangagwas gescheiterte Wirtschaftspolitik. Die Regierung machte die Opposition für die Zusammenstöße verantwortlich. Am Montagabend verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf den Sitz der größten Oppositionspartei MDC; es entstand nur Sachschaden.
Das arme Land im südlichen Afrika befindet sich in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit einer Phase der Hyperinflation vor zehn Jahren. Die Regierung hat den Preis für einen Liter Benzin ab sofort von rund 1,30 US-Dollar auf 3,33 US-Dollar erhöht. Benzin ist Mangelware, weil es dem Land an Devisen fehlt.

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