17 April 2018 | Bildung

Milliardenverlust hat Folgen

Der in der Kritik stehende Studentenfonds entzieht Chefin Nghiwete ihr Amt

Die langjährige Geschäftsführerin des immer wieder für negative Schlagzeilen sorgenden Studentenfonds ist bis auf weiteres suspendiert worden. Ist dies der Anfang einer längst überfälligen Revolution der finanziell maroden Institution?

Von Nina Cerezo, Windhoek

Es sei die Folge einer kurzfristig einberufenen Vorstandssitzung am 9. April: Hilya Nghiwete, Geschäftsführerin des namibischen Fonds zur Unterstützung von Studenten (NSFAF), ist mit sofortiger Wirkung suspendiert worden. Als Grund nannte der Fonds in seiner gestrigen Meldung „laufende Ermittlungen gegen Nghiwete zu den Vorwürfen der Misswirtschaft und Korruption“. „Im Interesse unserer Institution sowie der Öffentlichkeit haben wir diese Entscheidung getroffen“, heißt es, und weiter: „Mögliche Disziplinarmaßnahmen gegen Nghiwete werden in Betracht gezogen.“

NSFAF gibt zudem bekannt, bis auf weiteres Kennedy Handume als Geschäftsführer berufen zu haben. „Wir versichern aber, dass die getroffenen Entscheidungen keine Auswirkungen auf unsere Verpflichtung, unseren Studenten einen exzellenten Service zu bieten, haben wird“, lautet es in der vom Vorstandsvorsitzenden Jerome Mutumba unterschriebenen Mitteilung.

Ein „ausgezeichneter Service“ wird jedoch von anderen Interessensvertretern in Frage gestellt. So hatte erst vor kurzem die Oppositionspartei PDM behauptet, Mutumba habe einigen Freunden mitgeteilt, dass der Fonds „die meisten seiner Studenten in diesem Finanzjahr nicht unterstützen kann, weil es nicht genug Geld gibt“. Die PDM wies in diesem Zusammenhang auf die Vorwürfe von „Korruption, Misswirtschaft und die Veruntreuung in Millionenhöhe“ hin, mit denen NSFAF seit der Gründung des Fonds in Verbindung stehe sowie auch auf die immens hohen ausstehenden Rückzahlungen von Studenten. Bei einer Anhörung des Parlamentsausschusses für öffentliche Finanzen am 8. März hatte Nghiwete in diesem Zusammenhang einen Betrag von 1,7 Milliarden N$ zugegeben, wobei sich dieser aus „historisch begründeten Schulden“ aus dem Zeitraum 2007 bis 2013 ergeben habe, als der Fonds noch dem Erziehungsministerium unterstanden hat (AZ berichtete). Ihre Erklärung hatte Nghiwete unter der Fassungslosigkeit der Parlamentarier vorgetragen.

Ebenfalls entsetzt hatten sich die Mitglieder des Parlamentsausschuss bereits Anfang Dezember 2017 gezeigt, als sich die NSFAF-Chefin kurzfristig ihrer Auskunftspflicht entzog, indem sie nicht zum Termin erschienen war. Vom Ausschuss-Vorsitzenden Mike Kavekotora musste Nghiwete damals harsche Kritik ernten, der ihr Verhalten als „unverschämt und arrogant“ bezeichnet hatte (AZ berichtete).

Nicht zuletzt konfrontieren auch die begünstigten Studenten NSFAF regelmäßig mit Vorwürfen, da sie zum Beispiel das ihnen zugesagte Geld erst stark verspätet erhalten würden, was ihren akademischen Werdegang durch beispielsweise den Ausschluss von Prüfungen aufgrund ausstehender Zahlungen stark behindere.

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