13 August 2019 | Wetter

Meteorologe tippt auf Regen

El-Niño-Phänomen nimmt ab – Hoffnung auf durchschnittliche Regensaison

Die bevorstehende Regensaison wird mit gewisser Wahrschein-lichkeit besser ausfallen als die bisherige. Das liegt hauptsächlich an dem abgeschwächten, ehemals starken El-Niño-Wetterphä-nomen. Einer der Meteorologen rechnet sogar mit einem schwachen La-Niña-Effekt.

Von Erwin Leuschner

Swakopmund/Windhoek

Für viele Landesbewohner, besonders Farmer, scheint es erste Hoffnungsschimmer zu geben. Das starke El-Niño-Phänomen, das ein Grund für die gegenwärtige, beispielslose Dürre ist, ist am Ausklingen. Für den Swakopmunder Geo-Physiker Klaus-Peter Knupp, der sich nebenberuflich intensiv mit der Meteorologie befasst, ist dies ein gutes Anzeichen.

„Ich denke der Regen setzt in diesem Jahr zwar spät ein, da der El-Niño-Effekt noch anhält, aber ab Januar kann es zu einer durchschnittlichen Regenzeit kommen“, sagte er gestern im Gespräch mit der AZ. Knupp, der etliche Daten analysiert hat, rechnet damit, dass ein schwaches La-Niña-Phänomen seinen Höhepunkt zwischen Dezember und Februar erreichen wird.

So vielversprechend diese Daten auch sind, warnt der Hobby-Meteorologe: „Obwohl die El-Niño-Erscheinung wahrscheinlich der dominanteste Faktor ist, ist es nicht der einzige Umstand, der das Schicksal unserer Regenfälle bestimmt.“ Daher meint er vorsichtig: „Ich bin mir zu 50 Prozent sicher, dass die bevorstehende Regensaison besser ausfallen wird, als die vorige.“ Angaben über Regenfälle nach Februar 2020 möchte er aber noch nicht machen: „Da gibt es noch ein hohes Maß an Unsicherheit.“

Eine La-Niña-Wettererscheinung beschert dem südlichen Afrika meistens gute Niederschläge, aber gleichzeitig beschert sie den Vereinigten Staaten auch ein überdurchschnittliches Orkanvorkommen. Genau davor hat jetzt die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA gewarnt.

Indessen hat der vergangene El-Niño eine Dürre ungewöhnlichen Ausmaßes im südlichen Afrika verursacht. In Simbabwe leiden mehr als zwei Millionen Menschen infolge der Trockenheit, berichtete der Nachrichtensender CNN, derweil in Sambia laut Bloomberg „die schlimmste Dürre seit dem Jahr 1981“ herrscht. „Wir können nur auf das Beste hoffen“, resümiert Knupp daher.

Knupp hat in diesem Jahr bereits mehrfach überraschende Daten gemessen und verzeichnet. Demnach sei der Monat Juli in Windhoek der wärmste seit dem Jahr 2001 gewesen. Das gleiche Phänomen habe er in

großen Teilen des südlichen Afrikas festgestellt, wo es im Schnitt zwischen einem und acht Grad Celsius wärmer gewesen sei als die Schnitttemperatur für diese Jahreszeit.

Das traf allerdings nicht auf die Küste zu. „Nach kurzem Aufatmen im Juni, dank der Ostwindtage, sind die Temperaturen in Swakopmund im Folgemonat Juli unter den Durchschnittswert gefallen“, berichtete Knupp. Außerdem sei dieser Monat der feuchteste Juli gewesen, den er je aufgezeichnet habe. Er habe 4,9 Millimeter Feuchtigkeit gemessen. „Und das stammte nur vom Nebel. Es gab auch Tage mit seltsamen, leichtem Nieselregen“, sagte er abschließend.

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