21 Februar 2020 | Afrika

Menschenrechtler: Südsudans Konfliktparteien lassen Menschen hungern

Genf (dpa) - Die Regierung von Südsudan plündert die Staatskassen und stürzt die Bevölkerung ins Elend - zu diesem Schluss kommen Experten, die sich im Auftrag des UN-Menschenrechtsrats seit 2016 mit der Lage in dem jungen afrikanischen Land befassen. In dem durch politische Rivalitäten und Gewalt gebeutelten Land ließen Konfliktparteien je nach ethnischer Zugehörigkeit Dorfgemeinschaften absichtlich hungern. Kinder von teils erst zwölf Jahren würden zum Waffendienst gezwungen. „Korruption und politische Rivalitäten fachen Menschenrechtsverletzungen und ethnische Konflikte an“, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.
Der Menschenrechtsrat tagt ab Montag in der ersten seiner drei Sitzungsperioden des Jahres in Genf. Deutschland ist neu wieder für drei Jahre Mitglied in dem Gremium aus 47 Ländern. Deutschland ist dann zusammen mit Ländern wie Kongo, Venezuela und Pakistan dafür verantwortlich, die Menschenrechtslage in aller Welt zu begutachten.
Südsudan hat sich nach jahrelangem Bürgerkrieg 2011 vom Sudan getrennt. Nur zwei Jahre nach der Unabhängigkeit stürzten Staatschef Salva Kiir und und sein Ex-Vizepräsident Riek Machar das Land in einen neuen erbitterten Konflikt. Zehntausende Menschen wurden getötet, ein Drittel der Bevölkerung - rund vier Millionen Menschen - ist auf der Flucht. Bis zum 22. Februar wollten sich die Konfliktparteien auf eine Regierung nationaler Einheit verständigen. Kiir und Machar würden sich an die zuvor mehrfach verschobene Frist halten, versicherte Ateny Wek Ateny, ein Sprecher des Präsidenten, am Donnerstag.
Die UN-Experten werfen Mitgliedern des Staatsapparats Wirtschaftsverbrechen vor. «Regierungsbeamte sind an der Plünderung der Kassen beteiligt, ebenso bei Geldwäsche, Bestechung und Steuerhinterziehung», sagte die Vorsitzende der Expertenkommission, Yasmin Sooka. Millionen von Dollar seien abgezweigt worden, während die Bevölkerung hungere, medizinisch kaum versorgt werde und Kinder kaum Bildungschancen hätten.

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