20 Januar 2020 | Verkehr & Transport

Mehr Touristen in Walvis Bay

Kreuzfahrtschiffe legen zunehmend länger in Namibia an

Mehr Kreuzfahrtschiffe, mehr Touristen und ein längerer Aufenthalt: Die neue Landungsbrücke für Passagierschiffe, die als Teil des neuen Containerterminals in Walvis Bay gebaut wurde, bringt mehrere Vorteile mit sich. Allein im neuen Jahr haben bereits fünf Kreuzfahrtschiffe in der Hafenstadt angelegt.

Von Erwin Leuschner

Swakopmund/Walvis Bay

Namibia wird für Reedereien von Kreuzfahrtschiffen immer populärer – dank der neuen Landungsbrücke, die als Teil des neuen Containerterminals gebaut wurde. „Die Häufigkeit von Passagierschiffbesuchen hat seit der Inbetriebnahme der Landungsbrücke erheblich zugenommen“, teilte die Hafenbehörde NamPort mit. Insgesamt rechnet NamPort damit, dass allein in diesem Monat geschätzte 10000 Touristen in Walvis Bay an Land kommen.

Doch nicht nur die Anzahl Kreuzfahrtschiffe ist deutlich gestiegen. Auffallend ist auch der Zeitraum, den die Schiffe nun in Namibia verbringen. „Früher konnten Kreuzfahrtschiffe oftmals nicht lange zur Reede liegen, weil es nicht ausreichend Liegeplätze im Hafen gab“, sagte NamPort-Sprecherin Edith Kukuri der AZ. Dies habe sich durch die neue Landungsbrücke wesentlich geändert: der Großteil der Passagierschiffe, die im Januar Walvis Bay besuchten, haben eine Nacht am Kai verbracht. „Zuvor trafen die Schiffe am Morgen ein und fuhren noch am gleichen Abend wieder ab“, so Kukuri. Da es nun mehr Platz gebe, würden die Schiffe durchschnittlich 36 Stunden im Hafen liegen – gut 24 Stunden mehr als zuvor.

„Insbesondere Reiseveranstalter, die Tagestouren anbieten, profitieren von der höheren Anzahl Touristen“, erzählte Gerald Kolb vom Swakopmunder Unternehmen Charly's Desert Tours der AZ. Vor allem Wüstentouren und Katamaran-Fahrten seien stets beliebt. „Die Anzahl Touren hat sich verdoppelt, da wir nun an zwei Tagen Touristen in die Wüste mitnehmen können, statt nur an einem Tag“, erklärte Kolb weiter. Darüber hinaus beschrieb er die neue Landungsbrücke als attraktiv. „Es macht einfach einen besseren Eindruck und ist auch sicherer“, meinte er. Zuvor mussten sich Touristen auf dem Hafengelände zwischen schweren Maschinen und Gerät zurechtfinden. „Natürlich bietet der längere Aufenthalt auch mehr Gelegenheiten“, freut sich Kolb.

Obwohl Reiseveranstalter von der hohen Anzahl Touristen profitieren, macht sich der Besuch kaum in den sonstigen Geschäften Walvis Bays und Swakopmunds bemerkbar. Laut zuverlässiger Auskunft gibt es dafür zwei Gründe: Zum einen vermarkten die Reedereien ihre Produkte an Bord – dort gibt es schließlich eine Auswahl an attraktiven Angeboten, wie sie es auch zulande gibt. Ferner seien die Preise auf den Schiffen deutlich günstiger, weil die Ware steuerfrei verkauft wird.

Unterdessen konnten die beiden Kreuzfahrtschiffe „Artania“ und „Orchestra“ nicht wie erwartet am Wochenende in Walvis Bay eintreffen. Wegen ungünstiger Wetterbedingungen im Hafen von Kapstadt in Südafrika, hatte sich derer Weiterreise verzögert, hieß es.

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