30 November 2017 | Natur & Umwelt

Mehr Geld für Umweltschutz

ResMob-Projekt entwickelt Strategien zur Finanzmittelgewinnung

Namibia und seine Natur sind untrennbar miteinander verbunden. Doch um die Biodiversität und das Ökosystem des Landes zu schützen, muss auch investiert werden. Über finanzielle Möglichkeiten haben sich Experten bei einem Workshop vergangene Wochen ausgetauscht.

Von Nina Cerezo, Windhoek

Namibia muss mehr finanzielle Ressourcen ausfindig machen und bereitstellen, um die biologische Vielfalt des Landes zu schützen. Dies sagte Theo Nghitila, Umweltkommissar des Ministeriums für Umwelt und Tourismus (MET), als er im Rahmen der dritten Konferenz zum Schutz des Ökosystems stellvertretend für Umweltminister Pohamba Shifeta das Grußwort an die Teilnehmer richtete. Das Treffen am 23. November im Windhoeker Country Club vereinte Interessensvertreter der Fachministerien sowie aus dem staatlichen und privaten Umwelt- und Tourismussektor, um sich über finanzielle Möglichkeiten für den Umweltschutz auszutauschen.

„Der Wert der Ökosystemleistungen (ecosystem services) in Namibia übersteigt 13 Milliarden Namibia-Dollar pro Jahr“, erläuterte Dr. Martin Nowack von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), die das Projekt „Ressourcenmobilisierung für den Erhalt der Biodiversität“ (ResMob) gemeinsam mit dem MET durchführt. Wie Dr. Nowack weiter ausführte, wird pro Jahr jedoch nur etwa eine Milliarde Namibia-Dollar für den Umweltschutz ausgegeben. „Um aber die selbstgesetzten Naturschutzziele im Rahmen des NBSAP-Strategie- und Aktionsplans erfüllen zu können, muss das Land seine Investitionen verdoppeln“, so der ResMob-Projektleiter.

Zu den Zielen, die bis 2022 erreicht werden sollen, gehören gemäß dem Dokument zum Beispiel ein „nachhaltiger Umgang mit allen lebendigen Meeresressourcen“, die „Anwendung der Grundsätze von nachhaltiger Weidenutzung und Waldbewirtschaftung auf mindestens 50 Prozent aller Flächen“ oder die „Einführung von Wiederaufbauprogrammen für zerstörte Ökosysteme auf mindestens 15 Prozent der entsprechenden Gebiete“. Um die finanziellen Mittel für diese und die weiteren Bestrebungen zu erhalten, seien im Rahmen des Workshops verschiedene denkbare Ansatzpunkte durchgesprochen worden. So könnte es zum Beispiel eine Erhöhung der Eintrittspreise in die Nationalparks geben, die „im Vergleich zu anderen Ländern sehr günstig sind“, erläuterte Dr. Nowack. Weiter bestehe die Idee der Einführung einer Naturschutz-Gebühr für Touristen. Überdies sei überlegt worden, an diejenigen Hegegebieten eine Kompensationszahlung zu entrichten, die sich auf besondere Weise für den Umweltschutz einsetzen.

Als positiv nannte der GIZ-Mitarbeiter in diesem Zusammenhang, dass Vertreter der Tourismusbranche diesen Ideen bei der Konferenz offen begegnet seien, und fügte hinzu: „Wir glauben außerdem, dass Reisende durchaus bereit sind, mehr zu zahlen, wenn sie wissen, dass ihre Beiträge dem Umweltschutz zugutekommen.“

Das ResMob-Projekt läuft noch bis September 2018. Bis dahin sollen konkrete Vorschläge zur Finanzierung formuliert sein, die dann als Grundlage einer gesetzlichen Implementierung dienen.

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