14 April 2021 | Lokales

Medienqualität lässt nach

Redakteursforen sind sich einig: Nachrichten kosten Geld

In Vorbereitung auf den Internationalen Tag der Pressefreiheit üben Vertreter aus dem Medienbereich des südlichen Afrikas Selbstkritik: Mangel an Bildung führt zu abnehmender Qualität der Berichterstattung. Indessen ist man sich einig, dass finanzielle Alternativen gefunden werden müssen. Kostenlose Internetangebote müssen gestrichen werden.

Von AZ, Windhoek

Der Internationale Tag der Pressefreiheit am 3. Mai 2021 rückt näher. Im Vorfeld machen sich Medienvertreter Gedanken darüber, inwiefern es eine „Windhoeker Deklaration 30-Plus“ geben könnte. 30 Jahre nach der Windhoek Deklaration, die weltweit zur Entwicklung einer freien, unabhängigen und pluralistischen Presse beitragen soll, hat sich das Medienumfeld maßgeblich verändert, darin waren sich gestern einige Vorsitzende der Redakteursforen aus dem südlichen Afrika als Teilnehmer eines Webinars einig.

In den Tagen des 28. April bis 3. Mai wird unter dem Leitthema „Information als öffentliches Gut“ die Pressefreiheit beleuchtet, mit den folgenden Schwerpunkten: a) Medien- und Informationskompetenz, b) Trends und Herausforderungen der Pressefreiheit, wie sie in den Regionalforen ermittelt wurden (und mögliche Maßnahmen), und c) wie ein verbessertes Maß an Transparenz seitens der Online-Plattformen erreicht werden kann. Letzterer Bereich beziehungsweise die Migration auf die Digitalmedien-Plattformen wird als maßgeblichster finanzieller Grund angesehen, warum afrikanische Medien, vor allem Radiostationen und Zeitungen, momentan ihre Türen schließen oder zumindest den Betrieb verkleinern, darin waren sich die Redakteure und Webinar-Teilnehmer einig.

Interessant ist indessen, dass die Industrie erneut zu dem Schluss kommt, dass die Medienarbeit infolge minder gut ausgebildeter Fachkräfte an Qualität nachgelassen hat. Erneut wurde festgestellt, dass nicht nur in Sambia und Namibia, sondern auch in Eswatini, Lesotho und sogar in Südafrika, bereits die schwache Grundschulbildung zu einem Mangel an Allgemeinkenntnis und Verständnis seitens vor allem der jüngeren Journalisten führt. „Verschlimmert wird die Situation natürlich, weil wir (die Redakteure) trotzdem solche Leute beschäftigen - wenngleich aus der Not heraus“, waren sich Vertreter aus Sambia (Enock Ngoma) und Namibia (Frank Steffen) einig.

Die Teilnehmer beschrieben die horrende Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, wobei lediglich der südafrikanische Vizevorsitzende des SANEF, Adriaan Basson (News24) berichten konnte, dass das SA-Redakteursforum maßgebliche Hilfe aus dem Privatsektor erhalten habe und dadurch einen Notfonds habe stiften können, welcher ihnen erlaubt habe, Journalisten in der Not zu helfen.

Die Diskussionsteilnehmer waren sich einstimmig einig, dass Nachrichten nicht mehr kostenlos im Internet angeboten werden sollten - verschiedene Modelle wurden diesbezüglich vorgeschlagen. „Wir haben uns zu lange auf den Internet-Trend eingelassen, kostenlose Nachrichten zu bringen“, meinte Basson. Dem fügte Mbongeni Mbingo (SAEF-Vizevorsitzender) aus Eswatini hinzu: „Wer wahrheitsgetreue Berichterstattung verlangt, muss einsehen, dass dies Ausgaben unsererseits voraussetzt. Wir können nur mit Integrität überzeugen.“

Gleiche Nachricht

 

Tödlicher Sturz: Kind fallengelassen

vor 10 stunden | Lokales

Windhoek (sb) • Die Polizei gibt in ihrem Wochenendbericht bekannt, dass ein drei Monate altes Baby in Epako in der Nähe von Omaruru...

Streit um Windhoeker Umland

vor 10 stunden | Lokales

Windhoek (NMH/sno) - Die Exekutive der Windhoeker Stadtverwaltung und ihr amtierender Bürgermeister Job Amupanda sind sich uneinig, was mit dem lukrativen Windhoeker Umland in...

Matthew Shikongo verstorben

vor 10 stunden | Lokales

Windhoek (sb) - Die Stadt Windhoek hat am Freitag eine Trauerbekundung veröffentlicht, nachdem am Donnerstagabend das Ableben des ehemaligen Bürgermeisters von Windhoek, Matthew Shikongo, öffentlich...

Granitabbau vorläufig gestoppt

vor 5 tagen - 12 Mai 2021 | Lokales

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/OmaruruKnapp zwei Jahre nachdem der Farmer Immo Vogel auf seiner Farm Groß-Okandjou westlich von Omaruru auf den großangelegten Granitabbau aufmerksam wurde, der...

Familienbetrieb feiert 55-jähriges Bestehen

vor 5 tagen - 12 Mai 2021 | Lokales

Das Swakopmunder Hotel Schweizerhaus ist 55 Jahre alt - und noch immer in Familienhand. In dem Hotel befindet sich auch das Café Anton, wo täglich...

N?a Jaqna-Hegegebiet versorgt Schulkinder

vor 5 tagen - 12 Mai 2021 | Lokales

Das zweite Jahr in Folge verwenden die Mitglieder des N≠a Jaqna-Hegegebiets einen Teil ihrer Einnahmen, um alle registrierten Schulen und Vorschulen in dem Gebiet mit...

Managerstreit beim NBC

vor 6 tagen - 11 Mai 2021 | Lokales

Von Stefan Noechel In einer Pressemitteilung der Rundfunk- und Fernsehanstalt (NBC) vom 7. Mai ruft das Direktorium und der Vorstand zu einem Ende des Streiks...

Startschuss für Ernährungsprogramm

vor 6 tagen - 11 Mai 2021 | Lokales

Windhoek (Nampa/cr) - Der Landwirtschaftsminister, Calle Schlettwein, gab am Donnerstag in Windhoek den Startschuss für das Programm „Stärkung der namibischen Nahrungsmittelsysteme“. Das Programm zielt darauf...

Distell Namibia unterstützt Naturschutz

vor 6 tagen - 11 Mai 2021 | Lokales

Windhoek (km) - Distell Namibia Ltd verlängert seine Partnerschaft mit der Organisation Wildlife Credits und dem Sobbe-Reservat, das in der Sambesi-Region an der Grenze zum...

Einreise von drei Musikern verweigert

1 woche her - 10 Mai 2021 | Lokales

Swakopmund/Walvis Bay (er) - Drei südafrikanischen Musikern wurde am Freitagabend die Einreise nach Namibia verwehrt, nachdem sie COVID-19-Testergebnisse gefälscht haben sollen. Die Musiker, Obakeng Kekaba,...