25 Juni 2019 | Landwirtschaft

Meatco zeigt Fortschritte

Erste Maßnahmen wirken sich positiv auf Bilanz aus

Nachdem die namibischen Farmer im Vorjahr streng mit dem Schlacht- und Fleischbetrieb Meatco zu Gericht gingen, konnten das Management und der Aufsichtsrat einen ersten Erfolg verbuchen. Gemessen an den diesjährigen Ausgaben für die Restrukturierung des Betriebs ist es möglich, dass der Betrieb im aktuellen Finanzjahr schwarze Zahlen verzeichnen wird.

Von Frank Steffen, Windhoek

In dem Jahresbericht des halbstaatlichen Schlacht- und Fleischverarbeitungsbetriebs Meat Corporation of Namibia (kurz Meatco) für die Zeit 2018/19 gibt dieser bekannt, dass es im Berichtsjahr positive Anzeichen für eine Erholung gab und der Verlust für das Jahr von 51 Millionen N$ auf 18 Millionen N$ zurückgegangen sei. In dieser Zeit habe sich die Umsetzung der Produkte in Bargeld von 130 Tage auf 74 Tage verringert und sich somit der Geldumlauf wesentlich verbessert. Außerdem habe man durch eine Restrukturierung des Betriebs 31 Millionen N$ an Kosten einsparen können.

Generell scheint sich Meatco somit an sein Versprechen zur Besserung zu halten, zumal der Preis sich von durchschnittlich 37,64 N$ im Jahre 2017/18 auf 41,36 N$ verbessert haben soll. Laut der Internetseite Meatcos liegt er momentan wieder um einiges höher, welches viele Farmer momentan erfreut, da Meatco nicht den Überschuss an Fleisch infolge der Dürre zum eigenen Vorteil missbraucht.

Der Landwirtschaftsminister Alpheus /Naruseb ließ zu diesem Anlass eine persönliche Grußbotschaft an die Farmergemeinschaft durch den Staatssekretär für Landwirtschaft, Wasserbau und Forstwirtschaft, Percy Misika, verlesen. Es liege ihm daran, dass die Farmer die anstehenden, strategischen Fragen mit einer positiven Gesinnung betrachten, ließ er ausrichten. „Wir wissen das die namibische Herde von Jahr zu Jahr schrumpft wegen der anhaltenden Dürre. Gerade darum ist es wichtig die Situation und die damit verbundenen Herausforderungen nüchtern zu betrachten und sich eingehend mit den Fragen und möglichen Lösungen zu befassen. Wie werden wir diesen Landwirtschaftssektor retten in einer Zeit wo sich die externen Faktoren derart gegen diese Industrie wenden?“ wollte Misika wissen.

Entwicklungsprogramm für Kleinfarmer

Misika betonte, dass das Landwirtschaftsministerium (MAWF) sich dem sogenannten Comprehensively Coordinated and Integrated Agricultural Development Programme (HACCIADEP) verschrieben habe. Dies koordinierte und integrierte Landwirtschafts-Entwicklungsprogramm sei darauf abgestimmt, Kleinfarmern und mittelständische Landwirten einen verbesserten Zugang zu Märkten zu verschaffen und dadurch die Nahrungsmittelsicherheit im Lande nachhaltig zu gewährleisten.

Der Minister für Staatsunternehmen Leon Jooste war anwesend und kam ebenfalls zu Wort: „Die vergangenen Jahre hat sich das Ministerium für Staatsbetriebe (Ministry of Public Enterprise, MPE) mit jedem einzelnen Staatsbetrieb auseinandergesetzt in einem Versuch die Bedeutung und Wichtigkeit jedes einzelnen Betriebes richtig einzuschätzen.“ Meatco sei einer dieser Betriebe und somit wies Jooste auf die Bedeutung der einzelnen Paragraphen des im April 2019 verabschiedeten Gesetzes zur Verwaltung der Staatsbetriebe. Es sei nun nur noch eine Frage der Zeit bis die Verwaltungsrichtlinien auch im Falle Meatco greifen würden.

„Wir haben einen strategischen Plan für die Zeit 2019/20 bis 2023/24 erstellt und werden jedes Jahr in dem Finanzbericht über unsere Ziele und den Fortschritt berichten“, hatte die Aufsichtsratsvorsitzende Dr Martha Tilahun im Vorjahr erklärt und das Management hält sich in dem neuen Bericht daran. So heißt es unter anderen im Bericht, dass im globalen Kontext betrachtet für jedes Rind, das in Namibia auf der Weide steht, weltweit 422 Rindern auf der Weide stehen. Doch produziert der Rest der Welt für jede Tonne Fleisch aus Namibia ein Equivalent von 1677500 Tonnen. Demnach sind die Tiere anderswo schwerer und werden schneller umgesetzt.

Die Meatco-Gruppe besteht aus Meatco und seinen drei Tochterunternehmen, der Meat Corporation of Namibia (UK) Limited (mit Sitz in Großbritannien), Namibia Meat Importers & Exporters (Pty) Ltd (Sitz in Südafrika) und Namibia Cattle Procurement (Pty) Ltd (Namibia), früher bekannt als Namibia Allied Meat Company (Pty) Ltd (Sitz in Namibia). Darüber hinaus ist Meatco mit 33,3 Prozent an GPS Norway AS mit Sitz in Norwegen beteiligt.

Wenn Meatco im Jahr 2016/17 noch 91558 Rinder und im Jahr danach 81984 Tiere, so verzeichnete der Betrieb einen weiteren Rückgang auf 62086 Rinder im Jahr 2018/19, welches immerhin über der Prognose von 55000 Rindern lag. Die Gruppe verzeichnete dabei einen Umsatz von 1,34 Milliarden N$ im Vergleich zu den 1,425 Milliarden N$ des Vorjahres.

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