09 Dezember 2019 | Landwirtschaft

Mastbetrieb nicht in Ordnung

Tiere in der prallenden Sonne – Eigentümer nimmt keine Hilfe an

Die öffentliche Kritik am fehlenden Schatten für die Rinder eines Mastbetriebes südlich von Windhoek, hat die Fürsorge bei der Tierhaltung sowie die Auswirkungen von Hitzestress auf die Gewichtszunahme der Masttiere in Namibia in den Vordergrund gerückt.

Von Jana-Mari Smith und F. Steffen

Windhoek

Beobachter und Tierschützer sind über Rinder besorgt, die den ganzen Tag über der prallenden Sommersonne ausgesetzt sind, während sie von einem Mastbetrieb neben dem alten Aris-Hotel außerhalb Windhoeks fettgefüttert werden. Laut Agrarforscher Wally Roux verliert überhitztes Vieh seine Fähigkeit, Muskeln aufzubauen. Somit verfehle die Futterbank ihr eigentliches Ziel.

„Das Tier schaltet in den Überlebungsmodus und nutzt alle Energie, sich zu erholen und abzukühlen“ erklärte Roux. Es sei an der Zeit, dass sich Mastbetriebe an die sich ändernden Umweltbedingungen anpassen würden, dazu gehöre die Bereitstellung von Unterständen.

Farmer weisen darauf hin, dass freilebendes Vieh mittags den Schatten aufsucht, um so der schlimmsten Hitze des Tages zu entgehen – den Feedlot-Rindern werde dies verweigert. Eine Farmerin, die es vorzog, ungenannt zu bleiben, betonte, dass diese Infrastruktur gut geplant werden müsse, da flächendeckender Schatten auf engstem Raum zu erhöhten Infektionsrisiken beiträgt. Unterstände könnten teuer werden, doch müsse dies nicht unbedingt zutreffen, da nicht der gesamte Kraal abgedeckt zu werden braucht. „Die Tiere brauchen aber die Option, sich unterstellen zu können“, forderte sie.

Hilfe abgelehnt

Die Tierschützerin Heather Craemer und andere machen sich Sorgen um das Wohlergehen der Tiere. Diese würden dem Mastbetrieb unter schlechten Umständen geliefert werden, wonach sie einen rekordverdächtig heißen Sommer durchstehen müssen, so Craemer.

Versuche, gemeinsam mit dem Betriebseigentümer Lösungen zu ergründen, seien fruchtlos verlaufen. Auch Angebote zur finanziellen Beteiligung beim Bau der erforderlichen Infrastruktur, seien auf taube Ohren gestoßen – nicht zuletzt der Vorschlag, das Vieh außerhalb des Kraals auf dem eingezäunten Grundstück, auf dem schattige Bäume wachsen, frei herumlaufen zu lassen.

Der Mastbetrieb befindet sich längs der Hauptstraße B1, der Verkehrsader zu den touristischen Sehenswürdigkeiten im Süden Namibias. Der Anblick von in der Sonne backendem Vieh kann sich laut Craemer nachteilig auf den Ruf Namibias als Tourismusziel auswirken. Ein nahegelegener Gästebetrieb bereitet darum bereits eine Beschwerde an den namibischen Tourismusrat (NTB) vor. „Namibias Tourismusindustrie ist ziemlich stark, und Tierschutz ist ein Thema, das weltweit angegangen wird”, meinte Martina Schwardmann dazu.



Farmern geholfen

Nach namibischem Recht ist es strafbar, eingeschlossenen Tieren keinen „Schutz vor Hitze, Kälte und Wetter“ zu bieten, doch ist dieser Bestand laut einem Rechtsberater bisher nicht erwiesen. Der Besitzer des Mastbetriebs weigerte sich genannt zu werden, versicherte aber auf Nachfrage, dass die Gesundheit der Tiere Priorität genieße: „Ich bin Farmer und kümmere mich um das Wohl meiner Tiere.”

Wegen der hohen Baukosten brauche er Zeit, denn er wolle ein ordentliches Stahldach errichten. Sein Geschäft sei trotz der Kritik ein Hoffnungsschimmer für verzweifelte Landwirte, die durch die verheerende Dürre keine Weide mehr hätten und kein Geld, um die Tiere zu füttern.

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