29 Januar 2019 | Landwirtschaft

Markt mit Lebendvieh kriselt

Trockenheit und Seuchengefahr setzen Landwirte unter Druck

Viehproduzenten sprechen von einer „Krise“: Aufgrund der Dürre im südlichen Afrika sowie des Ausbrauchs der Maul- und Klauenseuche im Nachbarland fallen die Fleischpreise und den Farmern fehlt es an Futter - länderübergreifende Umstände, die auch namibische Landwirte unter Druck setzen.

Von Ellanie Smit und Clemens von Alten, Windhoek

Der Verband namibischer Lebendvieh-Produzenten (LPO) will sich mit dem namibischen Landwirtschaftsminister treffen, um mit ihm einen Lösungsweg aus der „kritische Lage“ zu finden. Denn während die Trockenheit im südlichen Afrika zu einem Engpass an Futter führt, liegt aufgrund der ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche (MKS) im Nachbarland der Fleischhandel brach (AZ berichtete).

„Im Exportgeschäft von Rind- und Schaffleisch musste Südafrika einen Verlust in Höhe von 1,8 Milliarden N$ einstecken“, erklärte der LPO-Vorsitzende Piet Gouws und spricht von einer „nationalen Krise“, die nun auch Namibia empfindlich trifft. Ihm zufolge hat der anschließende Überschuss an Rindfleisch in Südafrika zu einem „dramatischen“ und „unerwarteten“ Preissturz von Hammel- beziehungsweise Lammfleisch bei Schlachthöfen geführt, da Schaffleisch jetzt auf einem wesentlich niedrigeren Preisniveau mit Rinderfleisch konkurriert.

Laut Gouws ist der Preis für ein Kilogramm Schaffleisch von rund 68 auf 50 N$ gesunken (27%), nachdem er kurz vor Weihnachten ein Hoch von über 72 N$ pro Kilogramm erreicht hatte. „Gleichzeitig ist auch kein Ende der Dürre in Sicht und in Südafrika hat der Maisanbau enorm abgenommen“, so der LPO-Vorsitzende. Der Preis gelben Mais sei bereits gestiegen und „könnte noch die Marke von 3200 N$ pro Tonne erreichen“.

Somit stehen Südafrikas Fleischproduzenten Gouws zufolge unter „enormen Druck“, da bisher nicht abzusehen ist, wann das Exportverbot aufgrund der ausgebrochenen MKS aufgehoben wird. Die Folge sei, dass südafrikanischen Landwirte notgedrungen Tiere verkaufen und sich scheuen, ihre Herden aufzustocken. Zudem sei der Januar ein saisonbedingt „magerer“ Monat, in dem das verfügbare Einkommen vieler Verbraucher aufgrund von Schulgebühren und anderen Ausgaben begrenzt sei.

Der Produzentenverband habe die hiesigen Auswirkungen untersucht und spricht von einer „kritischen Lage“. Gouws zufolge ist nur wenig Raufutter verfügbar: „Wir befürchten, dass hierzulande nur wenig Abhilfe verschafft werden kann - genau damit werden wir uns in dieser Woche befassen.“ Anschließend soll ein Treffen mit dem Minister für Wasserbau sowie Forst- und Landwirtschaft, Alpheus !Naruseb, angestrengt werden.

Wie Gouws betonte, zeigt die gegenwärtige Situation, wie wichtig die drei Standbeine des namibischen Marktes sind: der Fleischexport in die Europäische Union und nach Norwegen; die Produktion für den hiesigen Markt; und die Lebendviehausfuhr nach Südafrika.

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