11 Mai 2021 | Lokales

Managerstreit beim NBC

Überteuerte TV-Rechte - Streikende Arbeiter sollen zurückkehren

Das Direktorium der Namibian Broadcasting Corporation (NBC) ruft seine streikenden Arbeiter zur Vernunft auf und zur Arbeit zurück. In der Managementetage herrscht Unmut wegen zu teuer gekauften Sendungs- und Lizenzrechten für lokale und internationale Programme. Finanznot bedroht Arbeitsplätze.

Von Stefan Noechel

In einer Pressemitteilung der Rundfunk- und Fernsehanstalt (NBC) vom 7. Mai ruft das Direktorium und der Vorstand zu einem Ende des Streiks seiner Arbeiter auf. In der Mitteilung erklärt Lazarus Jacobs als Vorsitzender des Direktoriums, das zum Anfang der Arbeitsunterbrechung 67 Mittarbeiter der NBC nicht an dem Streik teilnahmen. Die Zahl ist seitdem auf 141 gestiegen und es kann seitdem der Rundfunk wieder erfolgreich senden. Geplant ist, dass sobald mehr Mitarbeiter sich zu ihren Posten zurückmelden, auch das NBC-Fernsehen wieder mit seinen regulären Sendungen beginnen kann.

„Der Vorstand möchte seinen Aufruf an alle Arbeiter wiederholen. Sie sollen schnellstmöglich zu ihren Arbeitsstellen zurückzukehren, da, wie mit der Pressegewerkschaft NAMPU (Namibian Media Professionals Union) verhandelte, die ‚No work No pay‘-Regelung immer noch in Kraft bleibe“, so Jacobs. Eine Gehaltserhöhung sei nach dem bestehenden Budget nicht zu rechtfertigen. „Es geht uns um den Erhalt von Arbeitsplätzen“, wird Jacobs weiter in der Pressemitteilung zitiert.

Teure Geschäfte

Einer anderen namibischen Tageszeitung ist zu entnehmen, dass einige der NBC-Manager ihren Missmut über die neuen Methoden, die von Generaldirektor Stanley Similo eingeführt wurden, kundtaten. Es wird behauptet, dass viel zu viel Geld an europäische Fußballspiele und an heimische Filmemacher gezahlt wird.

So soll die NBC zum Beispiel Rechte zur Übertragung der spanischen „La Liga“-Spiele für knappe 620 480 N$ pro Saison erworben haben, welches sich auf 4,2 Mio. N$ über vier Staffeln summiert. Dieser Deal wurde später jedoch neu verhandelt und wo man sich einig wurde die Aussenderechte auf 190 000 N$ pro Saison (800 000 N$ für vier Staffeln) zu senken. Da die NBC schon einen Vertrag mit der englischen Premier Liga (EPL) im Umfang von 1,5 Mio. N$ hat und dieser mit lokalen Sponsoren dem NBC um die 800 000 N$ erbracht hat, sehen einige Manager das La Liga-Konzept (ohne jegliches lokale Interesse oder Sponsoren in Namibia) als einen weißen Elefanten an.

Weitere angeblich fragwürdige und/oder überhöhte Deals, die für Reibungen im NBC-Management sorgen, sind der Vertrag zur Ausstrahlung des lokalen Films „Katutura, the 3rd Will“ und „Dreamers“ sowie die Bezahlung von „Grassroot Content“.

Auch werden die Verträge zwischen NBC und „Simply Black Advertising and Consulting“ sowie die Geschäfte vom NBC mit dem inzwischen liquidierten Kwese TV in Frage gestellt.

Die Verträge wurden angeblich von 2016 bis 2020 aufgebläht, nachdem Similo die Verantwortung für die Content-Akquise aus der Content-Hub-Abteilung des NBC entfernt hatte. Infolgedessen fühlen sich einige Manager beiseitegeschoben, da einige Deals ohne ihr Wissen abgeschlossen wurden.

Die Nachricht, dass die NBC überhöhte TV-Rechte erworben hat und obendrein mit einem landesweiten Streik eines Großteils seiner Arbeiter zu kämpfen hat, bring den Konzern so weit, dass Similo vor einem Parlamentsausschuss vor zwei Wochen (AZ berichtete) gestand, dass die NBC gezwungen sein könnte, um nach der 62-prozentigen Kürzung ihrer Gelder, die Hälfte seiner knapp 600 Arbeitnehmer zu entlassen.

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