14 November 2017 | Natur & Umwelt

Löwenrudel wird umgesiedelt

Umweltministerium will nach Massentötung von Vieh aktiv werden

Das Ministerium für Umwelt und Tourismus will das aus 10 bis 15 Mitgliedern bestehende Löwenrudel umsiedeln, das vor kurzem 86 Ziegen und Schafe im Hegegebiet Torra gerissen hat. An dem Verlust der Nutztiere tragen die betroffenen Viehzüchter laut Ministerium eine Mitschuld.

Von Marc Springer, Windhoek

In einer gestern veröffentlichten Mitteilung weist der Pressesprecher des Ministeriums, Romeo Muyunda, darauf hin, das Ministerium habe sofort eine Untersuchung eingeleitet, nachdem die 86 Tiere am Mittwoch in einem Kraal auf der Nahe Grootberg gelegenen Farm Avante Post in der Kunene-Region gerissen wurden.

Diese habe ergeben, dass das seit einiger Zeit in der Gegend ansässige Löwenrudel für den Tod der Ziegen und Schafe verantwortlich sei. Der Angriff sei vermutlich dadurch ausgelöst worden, dass es in dem Gebiet bereits relativ weit verbreitet geregt habe. Weil für Wild deshalb in einem großen Gebiet ausreichend Weide vorhanden sei und sich dieses folglich über ein ausgedehntes Terrain verbreitet habe, sei es für Raubtiere schwieriger geworden, Beute zu machen.

Dass die Löwen als Ersatz die ungewöhnlich hohe Anzahl Nutztiere gerissen hätten, führt Muyunda auch auf ungenügende Sicherung gegen einen solchen Angriff zurück. So sei der Kraal, in dem die Tiere untergebracht wurden, nicht stabil genug gewesen und hätte den Löwen nicht ausreichend Widerstand geboten. Obwohl das Ministerium ländliche Gemeinden über Maßnahmen zum Schutz ihrer Nutztiere aufklären müsse, seien diese selbst gefordert, diese Empfehlungen umzusetzen.

Um weitere Viehverluste in dem Gebiet zu vermeiden, habe das Ministerium beschlossen, das Löwenrudel in ein anderes Gebiet zu verbringen. Sollte dies bei einzelnen der Raubtiere nicht möglich sein, weil sich diese nicht betäuben oder fangen ließen, müssten sie angesichts der von ihnen ausgehenden Gefahr getötet werden.

Muyunda zufolge werde das Ministerium z.B. durch die Umsiedlung von Raubtieren weiterhin vorbeugend aktiv bleiben um die Anzahl Mensch-Tier-Konflikte soweit möglich zu minimieren. Schließlich drohe die Häufung derlei Zwischenfälle zu Vergeltungsmaßnahmen leidtragender Viehzüchter zu führen, was die Existenz der Löwen in der Region gefährden und damit auch dem Tourismus dort schaden könne. Deshalb müsse die bereits vom Kabinett bewilligte Strategie zur Eindämmung von Mensch-Tier-Konflikten so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Dazu gehört neben der Frühwarnung vor Löwen und verstärkter Kontrolle über Nutztiere auch die Abschreckung von Raubtieren durch Feuerwerkskörper oder Lärmerzeugung. Ferner erwägt das Ministerium, die rund 822 Kilometer lange und an die Regionen Oshikoto, Oshana, Omusati und Kunene grenzende Umzäunung des Etoscha-Nationalparks mit einem finanziellen Aufwand von 500 Millionen N$ zu elektrifizieren und es Raubtieren damit zu erschweren, nach draußen zu gelangen. Außerdem sollen Löwen in Ausnahmefällen zu Problemtieren erklärt und zum Abschuss freigegeben werden dürfen.

Gleiche Nachricht

 

Ein Tag für eine der meist gefährdeten Raubkatzen Afrikas

vor 4 tagen - 07 Dezember 2018 | Natur & Umwelt

Windhoek/Otjiwarongo (ahi) - Er ist das schnellste Landtier der Welt: Innerhalb von nur drei Sekunden kann der Gepard bis zu 110 Stundenkilometer schnell werden –...

Umweltgesetz wurde missachtet

1 woche her - 29 November 2018 | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek Es wäre nie zu dem ausufernden Kahlschlag in den Kavango-Regionen sowie dem teilweise rücksichtslosen Abbau von Sand im Norden des Landes...

Kabinett gebietet Einhalt

1 woche her - 28 November 2018 | Natur & Umwelt

Windhoek (NMH/ste) -Die Forstabteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Wasserbau und Forstwirtschaft (MAWF) hat ab sofort sämtliches Fällen von einheimischen Bäumen in den Kavango-Regionen verboten. Auch...

Umweltministerium erwägt Hyänen-Umsiedlung

vor 2 wochen - 27 November 2018 | Natur & Umwelt

Windhoek/Aus (nic) – Das Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) wägt eine Umsiedlung der bei Garub lebenden Tüpfelhyänen ab. Dies gab der Pressesprecher des Ministeriums...

MET unternimmt ersten Schritt

vor 2 wochen - 27 November 2018 | Natur & Umwelt

Windhoek (ste) • In einer weiteren Entwicklung hat der Pressesprecher des Ministeriums für Umwelt und Tourismus (MET), Romeo Muyunda, gestern ein dringendes Plädoyer an alle...

Genehmigungen widerrufen

vor 2 wochen - 26 November 2018 | Natur & Umwelt

Von C. Sasman & F. Steffen, Windhoek Am vergangenen Freitag hatte sich der Minister für Umwelt und Tourismus, Pohamba Shifeta, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der...

Verbot von Plastiktüten in Naturschutzgebieten verwirklicht

vor 2 wochen - 23 November 2018 | Natur & Umwelt

Nun habe eine neue Ära angefangen, beteuerte gestern der Minister für Umwelt und Tourismus Pohamba Shifeta (l.) - eine Ära, in der Plastiktüten in namibischen...

Plastiktüten-Verbot umgesetzt

vor 2 wochen - 23 November 2018 | Natur & Umwelt

Von Nina Cerezo, WindhoekDas Verbot von Plastiktüten in staatlichen Naturschutzgebieten ist per se nicht neu: Bereits im April 2017 war eine entsprechende Gesetzesänderung der Naturschutzverordnung...

Katastrophale Forstwirtschaft

vor 2 wochen - 22 November 2018 | Natur & Umwelt

Von C. Sasman & F. SteffenWindhoek Das andauernde Holzfällen in den Regionen Kavango-West und Kavango-Ost wird anscheinend von der namibischen Regierung gutgeheißen und die chinesischen...

Zukunft der Wilden Pferde Namibias auf Messers Schneide

vor 2 wochen - 21 November 2018 | Natur & Umwelt

Die Hoffnung für die Wilden Pferde wurde schnell im Keim erstickt: Drei der vier in diesem Jahr geborenen Fohlen sind nach nur wenigen Wochen Hyänen...