21 April 2017 | Verkehr & Transport

Limits für Drohnenflüge

Regierung legt Regeln für Nutzung der kleinen Fluggeräte vor

Für manche ist es Spielerei oder Hobby, für andere ein Ärgernis: Drohnen. Deren Benutzung soll nun durch die Änderung des Gesetzes für Zivile Luftfahrt reguliert werden. Der Staat wünscht sich mehr Kontrolle und zwingt den Drohnenpiloten mehrere Vorschriften auf.

Von Stefan Fischer

Windhoek

Immer mehr Drohnen, gesteuert für private und kommerzielle Zwecke, sind in den vergangenen Jahren an Namibias Himmel aufgetaucht. Das hat in Städten wie Windhoek und Swakopmund teils für Irritationen und Ärger gesorgt, weil sich Menschen in ihrer Privatsphäre verletzt fühlten (AZ berichtete). Für die Handhabung der Drohnen gab es keine konkreten, umfassenden Regeln. Das soll sich jetzt ändern.

Wie das Informationsministerium gestern mitteilte, habe das Kabinett diese Woche grünes Licht für den Entwurf einer Vorschrift gegeben, die sich diesen „kleinen unbemannten Fluggeräten“ (laut Definition: Small Unmanned Aircraft, SUA, mit einem Gewicht zwischen 250 g und 25 kg) und deren Bediensystemen widmet. Die 20 Seiten umfassenden Regelungen seien Teil des Gesetzes zur Zivilen Luftfahrt (Civil Aviation Act) von 2016, als zuständige Behörde sei das Transportministerium verantwortlich, entschied das Kabinett.

Laut den Vorschriften, die am 31. Mai 2017 in Kraft treten sollen, müssen fortan die Händler von Drohnen die persönlichen Details des Käufers sowie die technischen Details des Fluggerätes an die Behörde zu Registrierungszwecken weitergeben. Dies werde zu einem Rückgang des Geschäfts führen, prognostiziert Paul Joubert, Manager von Sam´s Hobbies & Toys in Windhoek. Dennoch zeigt er Verständnis für die Intention der Regierung und für Menschen, die sich von Drohnen belästigt fühlen. „Nichts funktioniert ohne Regeln“, sagte er im AZ-Gespräch. Er erwarte aber, dass die Behörde klarstellt, ob auch Spielzeugdrohnen registriert werden müssten, die dutzendfach verkauft würden.

Doch auch das Geschäft mit professionellen Drohnen (mit hochwertigen Kameras, größerer Reichweite, eingebautem GPS usw.), die 20000 bis 30000 N$ aufwärts kosten, habe in den vergangenen Jahren regelrecht sprunghaft zugenommen. Ein Händler nannte im AZ-Gespräch eine Steigerung von 10 auf 45 verkaufte Drohnen binnen eines Jahres.

Laut Joubert sind die Käufer zu 90% erwachsene Männer. Diese müssen in Zukunft mindestens 18 Jahre alt sein und neben der Registrierung auch eine Sicherheitsüberprüfung sowie eine flugtechnische (Wissens-)Prüfung absolvieren, um ein Zertifikat zu erhalten, das sie zur Handhabung der Drohne berechtigt. Bei der Prüfung würden u.a. Kenntnisse über Vorschriften, Wetter, Funkverkehr, Beladung und Notfallsituationen verlangt.

In den neuen Bestimmungen wird übrigens auch klar vermerkt, wann und wo Drohnenflüge nicht erlaubt sind: Der Einsatz in der Nacht und bei Dämmerung ist demnach ebenso untersagt wie im Umfeld von Flughäfen – und auch das Fliegen über Menschen ist tabu.

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