16 September 2020 | Natur & Umwelt

Leopard greift Männer an

Raubkatze soll umgesiedelt werden - Elefant in Kunene erlegt

Ein Ziegenhüter und zwei Bekannte wurden nahe der Spitzkoppe von einem Leoparden angegriffen und verletzt - das Umweltministerium ist der Raubkatze auf der Spur. Unterdessen wurde vor kurzem ein Elefant, der als Problemtier klassifiziert worden war, in der Kunene-Region erlegt.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Usakos/Windhoek

Wie durch ein Wunder sind drei Personen am Montagnachmittag mit leichten Verletzungen davongekommen, nachdem eine Leopardin sie angegriffen hatte. Das Umweltministerium sucht nun die Raubkatze mit dem Ziel, das Tier umzusiedeln.

Laut Erongo-Polizeisprecher Daniel Gurirab ereignete sich der erste Angriff gegen 17 Uhr nahe der Spitzkoppe in dem Gaingu-Hegegebiet. Der Ziegenhüter Esegiel Titifo (48) habe die Leopardin beobachtet, die eine Ziege angegriffen habe. Er habe versucht, die Ziege aus den Klauen der Raubkatze zu retten und sei dabei selbst angegriffen worden. „Er hatte ein Mobiltelefon dabei und hat Bekannte angerufen und um Hilfe gerufen“, sagte Gurirab.

Die beiden Freunde, Frans //Garoeb (39) und Enrico !Goraseb (40) seien kurz darauf eingetroffen und seien von dem gleichen Leoparden auch angegriffen worden. „Gurirab wurde in den linken Arm gebissen, !Goraseb wurde schwer am Kopf und am rechten Arm verletzt, derweil //Garoeb in den Kopf gebissen wurde und eine Fleischwunde erlitten hat“, sagte Gurirab.

„Alle drei Personen wurden im Krankenhaus von Usakos behandelt und deren Zustand wird als stabil bezeichnet“, erklärte unterdessen der Pressesprecher des Umweltministeriums, Romeo Muyunda. Das Ministerium habe am gestrigen Morgen eine Untersuchung eingeleitet und es sei Personal entsandt worden, um die Leopardin aufzuspüren. „Wir haben bisher festgestellt, dass die Leopardin zwei Junge hat und das Ministerium erwägt, die Raubkatzen einzufangen und in einem Gebiet umzusiedeln, in dem sie keine Gefahr darstellen“, so Muyunda.

Das Ministerium ruft außerdem die Öffentlichkeit auf, sich gefährlichen Raubtieren „nicht auf diese Weise anzunähern“ und stattdessen die Polizei oder das Umweltministerium einzuschalten. Dennoch bedauert die Regierungsinstanz den Vorfall. „Wir unterstützen die Opfer gemäß der überarbeiteten Mensch/Tierkonflikt-Richtlinien“, so Muyunda.

Unterdessen erklärte der Pressesprecher, dass ein Elefant, der als Problemtier klassifiziert worden war, nahe dem Dorf Ourundu-uozombara in der Kunene-Region erlegt worden sei. Mitglieder aus der Gemeinschaft hätten den Dickhäuter Ende August angeschossen, nachdem er sehr nahe an deren Wohnung gekommen sei.

Das verletzte Tier sei danach aggressiv geworden und habe Menschen angegriffen, zuletzt am 6. September. „Das Ministerium hat keine Freude daran, Tiere als Problemtiere zu deklarieren und zu vernichten. Ein derartiger Ansatz ist jedoch erforderlich, wenn Menschen mit wilden Tieren koexistieren“, so Muyunda.

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