01 Oktober 2020 | Gesundheit

Leichenklau angeprangert

Gouverneur droht Gemeindemitgliedern in Osire mit Abschiebung

Der Gouverneur der Otjozondjupa-Region, James Uerikua, verurteilt den Diebstahl einer Leiche im Flüchtlingslager Osire, in der Nähe von Otjiwarongo und droht den Beteiligten sogar mit Abschiebung. Die Gemeinde hatte den an COVID-19 Verstorbenen eigenmächtig bestattet.

Von Ester Kamati und Steffi Balzar, Otjiwarongo/ Windhoek

Eine Gruppe kongolesischer Flüchtlinge soll laut dem Gouverneur am 20. September in die Leichenhalle in der Osire-Siedlung eingebrochen sein und die Leiche ihres Landsmannes entfernt haben, der an den Komplikationen einer Corona-Erkrankung verstorben ist. „Die Leichenhalle wird nie bewacht, da niemand erwartet, dass dort eingebrochen wird“, so Uerikua.

Bei dem Verstorbenen handele es sich um einen Mann mittleren Alters, der am 15. September im Staatskrankenhaus von Otjiwarongo starb, während er auf die Ergebnisse seines COVID-19-Tests wartete. Der Leichnam des Mannes sei am Samstag, den 19. September, in die Leichenhalle von Osire überführt worden. „Am späteren Samstagnachmittag fielen seine Test-Ergebnisse für COVID-19 positiv aus“, so Uerikua.

Daraufhin habe sich ein Team unter der Leitung des Gesundheitsministeriums nach Osire begeben, um eine Bestattung im Rahmen der COVID-19-Verordnung durchzuführen. „Die Gemeinde stellte sich dem Team jedoch entgegen und behauptete, dass Corona reine Erfindung sei“, so Uerikua. Kurz darauf sei es zu dem angesprochenen Vorfall gekommen, bei dem eine Reihe von Personen mit der Leiche in Kontakt gekommen sein soll, bevor diese auf dem Friedhof des Flüchtlingslagers von ihnen begraben wurde. Insgesamt sechs Personen wurden bisher in der Siedlung positiv auf COVID-19 getestet, wovon alle wieder als genesen gelten.

Uerikua sagte, dass die Anstifter und alle Beteiligten zur Rechenschaft gezogen würden. „Wir werden ernsthafte Schritte unternehmen, auch wenn dies bedeutet, dass sie in ihr Herkunftsland zurückgeschickt werden müssen“, so der Gouverneur. Die Nampol-Pressesprecherin, Vizekommissarin Kauna Shikwambi gab indessen an, dass noch keine Verhaftungen vorgenommen wurden, folgende Delikte jedoch zur Anzeige gebracht wurden: „Hausfriedensbruch und Diebstahl, Behinderung eines Polizeibeamten bei der Ausübung seines Amtes und tätlicher Angriff auf einen Beamten während der Ausübung seines Amtes.“

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen in Namibia, Likius Valombola, bestätigte den Vorfall. Er und Uerikua sowie Vertreter des Ministeriums, darunter der Arzt, der den Verstorbenen behandelte, hätten die Gemeinde in der Zwischenzeit besucht. Sie sei in ihrer Muttersprache über die Gefahren von COVID-19 aufgeklärt worden.

„Flüchtlinge werden nicht einfach wie illegale Einwanderer abgeschoben“, antwortete Valombola auf die Möglichkeit einer Deportation. Laut dem Flüchtlingskommissar gibt es Verfahren, die befolgt werden müssen. „Aufgrund der Art des Vergehens werden angemessene Maßnahmen ergriffen, so wie es bei einem namibischen Staatsbürger der Fall wäre.“, so Valombola. Er gab an, dass Asylsuchende die gleichen Rechte des Landes, in dem sie untergebracht sind, in Anspruch nehmen dürfen, wie die Einwohner.

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