18 April 2019 | Polizei & Gericht

Lehrer vernommen

Ermittlungen um NIMT-Attentat nehmen Fahrt auf

Die Polizei hat am Dienstagabend eine aus Tsumeb stammende Person inhaftiert und gestern in Walvis Bay über den Mord an den beiden NIMT-Führungskräften Eckhart Mueller und Heimo Hellwig befragt. Er sei jedoch bisher lediglich „von Interesse“ und nicht angeklagt worden, betont die Polizei.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Arandis

Hinweise auf die Identität der Person, die gestern vernommen wurde, kursierten schon am gestrigen Morgen auf unterschiedlichen Medienplattformen. Es soll sich um einen NIMT-Lehrer aus Tsumeb handeln, dessen Frau ihn zu Wochenbeginn als vermisst angemeldet habe. Er sei am Dienstagabend in Karibib geortet und gestern nach Walvis Bay gebracht worden, wo er weiter befragt werde. Das Ergebnis dieser Vernehmung lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Am späten Nachmittag warnte Polizeisprecher Erastus Iikuyu, dass die Verbreitung von Informationen über die Identität möglicher Tatverdächtiger die andauernden Ermittlungen beeinträchtigen könnte. „Wir haben noch keinen Verdächtigen festgenommen oder angeklagt. Es wurden lediglich einige Personen zu diesem Fall befragt“, sagte er. So sei unter anderem ein Gefängniswärter verhört worden, es habe aber nicht ausreichend Beweise für eine Anklage gegeben.

Indes hat sich am frühen Mittwochmorgen die neu-gründete, anonyme Gruppe „Freunde von NIMT“ an die Öffentlichkeit gewandt und einen mehrseitigen, von einem anonymen Autoren verfassten Brief an sämtliche Medien sowie die Vorsitzende des NIMT-Kuratoriums, Dr. Gabi Schneider, verschickt. „Wir werden im Zusammenhang mit den Falschinformationen und Lügen, die verbreitet werden, eine Medienkampagne starten“, heißt es in dem Schreiben. Und: „Wir haben Beweise, die sämtliche gegen den Geschäftsführer Eckhart Mueller erhobenen Vorwürfe wiederlegen und seinen Ruf wiederherstellen werden. Wir werden die Inkompetenz des Kuratoriums entlarven. Ihr (das Kuratorium) habt kontinuierlich eine Minderheitsgruppe und deren Aktivitäten unterstützt, somit seid Ihr direkt für die Ereignisse am Morgen des 15. April 2019 verantwortlich.“

In dem Schreiben werden sieben Gründe aufgelistet, weshalb „NIMT-Mitglieder“ das Vertrauen in das eigene Kuratorium verloren hätten. Dazu gehörten vertrauliche Dokumente, die das Kuratorium einigen Mitgliedern zugespielt haben soll, die unter dem Namen „schwarze besorgte Gruppe“ organisiert sind und neben Intrigen auch eine rassistisch gefärbte Kampagne gegen Mueller und ein Teil des Managements lanciert haben sollen.

Indes kursieren seit dem Doppelmord anonyme Anschuldigungen auf sozialen Medien, die ein Hinweisgeber an die Anti-Korruptionskommission (ACC) geschickt hatte. Darin werden Vorwürfe gegen Mueller erhoben. „Die Anschuldigungen haben nicht ausreichend Beweise für eine Ermittlung enthalten“, teilte ACC-Pressesprecherin Josefina Nghituwamata gestern mit. Und: „Wir haben die Anschuldigen dem Kuratorium zukommen lassen, da es sich um eine interne Angelegenheiten handelt.“

Eckhart Mueller (72) und Heimo Hellwig (60) starben am Montag gegen 6 Uhr bei einem Attentat vor dem Haupteingang des Institut für Minenkunde und Technologie (NIMT) in Arandis. Das Motiv ist noch immer unbekannt (AZ berichtete).

Eine öffentliche Trauerfeier für Eckhart Mueller ist für den 30. April um 10 Uhr in der Multi-Purpose-Halle im Swakopmunder Stadtteil Mondesa angesetzt. Die Beerdigung wird im engen Kreise per Einladung stattfinden. Die Trauerfeier für Heimo Hellwig wird ebenfalls in einem kleinen Kreis mit Familie und Bekannten an einem noch festzulegenden Datum stattfinden.

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