13 Februar 2018 | Polizei & Gericht

Lange Haft für Mord

Mann büßt Bluttat mit 23 Jahren Freiheitsentzug

Ein 32-jähriger Einwohner aus Gobabis, der im September 2013 seine Freundin nach einem Streit im Beisein der gemeinsamen Kinder erstochen hat, ist für den vorsätzlichen Mord zu einer Haftstrafe von 23 Jahren verurteilt worden.

Von Marc Springer, Windhoek

Der Angeklagte Erwin Tebele war am 20. Oktober vergangenen Jahres von Richterin Dinnah Usiku schuldig gesprochen worden. Diese sah es damals als erwiesen an, dass Tebele vorsätzlich gehandelt habe, als er seine Freundin, Nina Katjatenja, am 3. September 2013 in der Siedlung Epako (Gobabis) nach einem Streit einmal mit einem Messer in die Brust gestochen hat.

Tebele hatte zu Beginn seines Verfahrens in einer von Verteidiger Mbanga Siyomuinji verlesenen Klageerwiderung eingeräumt, er habe das Opfer mit dem Messer attackiert, sie aber nicht töten wollen. Vielmehr habe er in Notwehr gehandelt und Katjatenja dabei versehentlich erstochen. Diese Darstellung hatte Usiku als nachträglich erfundene Schutzbehauptung zurückgewiesen und sich dabei auf Zeugenaussagen berufen, wonach Tebele dem Opfer bereits mehrmals zuvor mit dem Tod gedroht habe.

In ihrer Strafmaßverkündung wertete es die Richterin gestern als erschwerenden Umstand, dass Tebele bis zuletzt beteuert habe, den Tod der Freundin nicht beabsichtigt zu haben. Er habe also weder Verantwortung für sein Handeln übernommen, noch aufrichtige Reue gezeigt, oder das Gericht über die fatalen Ereignisse informiert, die zum Tod von Katjatenja geführt hätten.

Usiku erinnerte ferner daran, dass Gewalt an Frauen und Kindern „trauriger Alltag“ geworden und deshalb auch juristische Abschreckung erforderlich sei. Schließlich habe die Gesellschaft Anspruch darauf, vor Nachahmungs- und Wiederholungstätern geschützt zu werden. Um mögliche Selbstjustiz empörter Einwohner zu verhindern, seien Gerichte folglich verpflichtet, Gewaltverbrecher für lange Zeit zu isolieren.

Im Falle von Tebele legte sie jenem außerdem zum Nachteil aus, dass er mit dem Opfer liiert gewesen sei und die Freundin hätte versorgen und beschützen sollen. Ferner zähle gegen ihn, dass er Katjatenja bereits zuvor misshandelt, sie schließlich im Beisein ihrer Kinder ermordet und diese damit für Lebzeiten traumatisiert habe. Demnach könne ihm als mildernder Umstand lediglich angerechnet werden, dass er nicht vorbestraft sei und eine überdurchschnittlich lange Zeit in Untersuchungshaft verbracht habe.

„Der Angeklagte hat eindeutig keinen Respekt für Menschenleben“, betonte Usiku und ergänzte: „Er hat seine Freundin ermordet, während die Kinder ungläubig zugesehen haben. Die Gesellschaft erwartet, dass Menschen wie er für lange Zeit weggeschlossen werden und keine Bedrohung mehr darstellen, weshalb in diesem Fall eine Haftstrafe von 23 Jahren angemessen ist.“

Gleiche Nachricht

 

Mutmaßliches Wilderer-Trio festgenommen

vor 4 stunden | Polizei & Gericht

Windhoek/Walvis Bay (Nampa/nic) – Drei Männer wurden am gestrigen Montag im Bezirk Walvis Bay festgenommen, nachdem sie im Namib-Naukluft-Park drei Oryx-Antilopen illegal getötet und deren...

Leiche im Wasser bei Landungsbrücke vermutet

vor 17 stunden | Polizei & Gericht

Swakopmund (er) – Eine Person soll gestern gegen 15 Uhr in der Nähe von der Landungsbrücke bei Swakopmund Suizid begangen haben. Augenzeugen wollen dort im...

Gericht streicht Klage gegen SME-Bank

vor 17 stunden | Polizei & Gericht

Von Marc Springer, WindhoekZur Begründung hatte der Hauptkläger Joseph Nyamunda angeführt, er und seine Mitstreiter seien alle in leitender Eigenschaft bei der SME-Bank angestellt gewesen,...

Klage zurückgezogen

vor 17 stunden | Polizei & Gericht

Windhoek (ms) – Der ehemalige Generalsekretär der namibischen Farmarbeitergewerkschaft (Nafwu), Abraham Onesmus, hat eine gegen seinen Amtsnachfolger gerichtete Klage zurückgezogen, den er der Missachtung des...

Taschendieb zu einem Jahr Haft verurteilt

vor 17 stunden | Polizei & Gericht

Swakopmund/Walvis Bay (er) – Die Polizei in Walvis Bay hat jetzt in zwei unterschiedlichen Fällen mehrere Diebe zur Verantwortung gezogen, die Touristen in der Hafenstadt...

Dippenaar-Verhör vertagt

vor 1 tag - 15 Oktober 2018 | Polizei & Gericht

Windhoek/Swakopmund (ste) - Die Verhandlung des sogenannten Dippenaar-Mordfalles ist vorerst auf den 19. November 2018 vertagt worden. Am vergangenen Freitag hatte die Verteidigung unter der...

Doppelter Zusammenstoß führt zum Tod

vor 1 tag - 15 Oktober 2018 | Polizei & Gericht

Laut der Swakopmunder Polizei untersucht sie einen Fall des Totschlags und rücksichtslosen Fahrens, nachdem der Fahrer eines weißen Kleinbusses am vergangenen Samstagmorgen um etwa 6...

Kreuzverhör dauert weiter an

vor 4 tagen - 12 Oktober 2018 | Polizei & Gericht

Von Erwin Leuschner, SwakopmundNach vier Verhandlungstagen am Regionalgericht in Swakopmund wird das Kreuzverhör des Unfallexperten Johan Joubert heute fortgesetzt. Seit zwei Tagen muss Joubert schon...

Kinderhandel mit Haft bestraft

vor 4 tagen - 12 Oktober 2018 | Polizei & Gericht

Windhoek (ms) - Ein Pädophiler aus Swakopmund, ist gestern wegen Kinderhandels und sexueller Nötigung Minderjähriger zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Ein längerer Freiheitsentzug blieb...

Dippenaars Anwalt fechtet Angaben im Unfallbericht an

vor 5 tagen - 11 Oktober 2018 | Polizei & Gericht

Swakopmund (er) – Bei dem aufsehenerregenden Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder Jandré Dippenaar wurde der Unfallexperte Johan Joubert gestern weiter ins Kreuzverhör genommen. Am Schauplatz,...