22 Oktober 2013 | Politik

„Laden Sie alle Minister ein“

Mein Rat an die deutsche Gemeinschaft lautet: Laden Sie alle Minister ein und sprechen Sie über alle Angelegenheiten. Ihre Ansichten und guten Ideen werden dann eine Regierungsstrategie“, sagte Ekandjo, der als Ehrengast auf der Jahreshauptversammlung des DKR am vergangenen Freitag in Windhoek sprach (AZ berichtete). Sein Besuch hier – eine Premiere in 23 Jahren nach der Unabhängigkeit – soll (stellvertretend für die Minister Namibias) „nicht das erste und letzte Mal“ sein, fügte er hinzu, und: „Die Regierung ist dazu da, allen Bürgern zu dienen.“ In seiner Rede pochte der Minister auf den Prozess der Nationenbildung („Namibia ist unser Zuhause – für uns alle.“) und die Notwendigkeit, sich zu mischen. Kindern falle dies leichter, weil sie ohne Rassenvorurteile aufwüchsen. Deshalb habe Namibia „eine leuchtende Zukunft“, so Ekandjo. Und: „Unsere Kinder sehen keine Farbe, selbst wenn du ein Kaffer oder Bure bist; sie sehen nur den Menschen.“ Allerdings erhalte die Einigkeit einen Bruch, wenn die Kinder die Schule verließen, sagte Ekandjo. Afrikaanssprachige Jugendliche gingen zum Studium nach Südafrika, deutschsprachige Namibier indes nach Deutschland. An der namibischen Universität sehe man indes kaum Weiße, kritisierte der Minister und fragte: „Warum geben wir denen nicht eine Zukunft in Namibia?“ DKR-Vorsitzender Eckhart Mueller erwiderte dazu: „Die Eltern sind nicht unloyal gegenüber dem Land, sondern besorgt hinsichtlich der Inhalte und Qualität.“ Daran müsse man in Namibia arbeiten, sagte der Pädagoge und Leiter des Ausbildungszentrums NIMT in Arandis. Zum Thema Arbeit und Beruf erwähnte Frank Steffen, Unternehmer und Vorsitzender des Schulvorstands der Delta-Oberschule Windhoek (DOSW), dass er in diesem Land eine gewisse Arbeitskultur bzw. „die Bereitschaft, einen Beitrag zu leisten“ vermisse. „In unserem Land müssen mehr Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden, um die Menschen auf das nächsthöhere Niveau zu heben“, ergänzte er. Dieter Esslinger, Vorsitzender der Arbeits- und Fördergesellschaft der Schulvereine (AGDS), erwähnte viele „positive Aspekte“ im Alltag und Engagement der Deutschsprachigen. So würden jedes Jahr Kinder und Jugendliche zum Gastaufenthalt nach Deutschland geschickt, zwei Drittel von ihnen seien keine Deutsch-Muttersprachler, so Esslinger. Und auf seine Person gemünzt fügte er hinzu: „Ich kann und möchte meine deutschen Wurzeln nicht verleugnen, deshalb muss ich täglich zwischen deutschem Erbe und namibischer Identität ausbalancieren.“ Von Stefan Fischer, Windhoek

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