28 Dezember 2018 | Afrika

Kurz vor Präsidentenwahl: Kongo verweist EU-Botschafter des Landes

Kinshasa (dpa) - Wegen Sanktionen der Europäischen Union gegen mehrere kongolesische Politiker hat der zentralafrikanische Staat kurz vor der Präsidentenwahl den EU-Botschafter ausgewiesen. Außenminister Léonard She Okitundu sagte gestern, Bart Ouvry habe 48 Stunden um das Land zu verlassen. Die Wahl am Sonntag soll Kongos ersten demokratischen Machtwechsel seit rund fünf Jahrzehnten einleiten. Doch nur wenige glauben an einen überzeugenden Neuanfang.
Knapp zwei Wochen vor der Präsidentenwahl hatte die EU ihre Sanktionen gegen kongolesische Politiker um ein Jahr verlängert. Darunter ist auch der Präsidentschaftskandidat der Regierungspartei, Emmanuel Ramazani Shadary. Den Sanktionen zufolge werden eventuelle Vermögen der 14 Politiker und leitenden Sicherheitsbeamten in der EU eingefroren, zudem dürfen sie nicht mehr nach Europa reisen.
Präsident Joseph Kabila hatte sich 2016 nach Ablauf seiner zweiten Amtszeit geweigert abzutreten und ließ die Wahlen mehrmals verschieben. Die EU verhängte daraufhin im Dezember 2016 und im Mai 2017 Sanktionen. Kabila darf selbst nicht mehr zur Wahl antreten. Für seine Partei geht sein getreuer Gefolgsmann Shadary ins Rennen. Der Kongo mit seinen gut 80 Millionen Einwohnern gehört einem UN-Index zufolge zu den 15 ärmsten Ländern der Welt.
Am Donnerstag protestierten mehrere hundert Menschen im Kongo gegen ihren Ausschluss von den Präsidentenwahlen am Sonntag. In mehreren Städten im Osten des Landes gingen Einwohner auf die Straße, weil sie erst im März 2019 ihre Stimmzettel abgeben dürfen.

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