30 April 2013 | Natur & Umwelt

Kuba kann Wild retten

Erwin Leuschner Was waren das noch für Zeiten. Es gab einmal eine einmalige Natur im Damaraland, wo eine Vielzahl an Wild zu sehen war. Doch leider hat diese Geschichte derzeit kein gutes Ende. Die Wildbestände, vor allem in einigen westlichen Hegegebieten, werden wie vor 30 Jahren zusammenbrechen. Davon geht der Berufsjagdverband NAPHA aus, der dieses Schicksal befürchtet. Damit ist nicht nur die Qualität der Trophäen gemeint, sondern die Population, die fast komplett ausgerottet wurde. Obwohl der Berufsjagdverband in dieser Angelegenheit kein Unschuldsengel ist, ist dessen Handlung wohl kaum für dieses Destaster verantwortlich. Die Trophäenjagd ist genau wie das jährliche Robbenschlagen oder die Fischindustrie ein Geschäft. Der Unterschied ist der Einfluss: In diesem Jahr wurden im Tsiseb-Hegegebiet lediglich zehn Springböcke, eine Oryxantilope und zwei Strauße für die Trophäenjagd freigegeben. Diese Ziffern stehen überhaupt nicht im Verhältnis mit der sogenannten „Shoot and Sell“-Quote, die für 2013 bei 560 Stück Wild liegt – und das nur für Springböcke. „Wo sollen überhaupt noch so viele Springböcke gefunden werden?“, fragte ein Reiseleiter im Gespräch mit der AZ, der das Gebiet wie seine Westentasche kennt und regelmäßig die traumhafte Landschaft besucht. Es ist zudem kein Geheimnis, dass für dieses Dilemma unzählige Faktoren verantwortlich sind. Schlechtes Management bei den Hegegebieten (es gibt kaum Überblick), Wildzählungen, die überhaupt nicht zuverlässig sind, die unkontrollierte legale und illegale Jagd sowie noch viele andere Probleme. Diese Angelegenheiten sind allerdings nichts Neues, da sie in der Vergangenheit mehrmals aufgetaucht sind. Außerdem: Die aktuelle Situation beweist eindeutig, dass Betreiber und Mitglieder der Hegegebiete, das Umweltministeriums und sonstige Verantwortliche niemals in die Zukunft geschaut haben. Nach dem guten Regenjahr 2010 hatten sich die Wildbestände (einigermaßen) erholt. Dass eine Trockenzeit jederzeit darauf folgen kann, sollte jedem normal denkenden Menschen klar gewesen sein. Dennoch wurden unzählige Tiere – vor allem starke – zum Abschuss freigeben. Die noch lebenden schwachen Tiere sollen jetzt der Dürre zum Opfer fallen. Insgesamt kann man sich der Meinung des ehemaligen Berufsjägers Ernst-Ludwig Cramer anschließen. Die Regierung hat eindeutig in ihrer Aufgabe versagt, die Wildbestände zu erhalten, wie die Verfassung es vorschreibt. Es ist bedauerlich, dass sie dazu nie rechtliche Schritte eingeleitet hat. Das hätte ein Weckruf sein können und vielleicht wäre es nie so weit gekommen. Wenn die legale und illegale Jagd auf Wild in den Tsiseb- und Doro-!Nawas-Hegegebieten so weitergeht, wird die nächste Generation während eines Ausflugs ins Damaraland keinen Springbock mehr sehen. Allerdings gibt es kaum Grund zur Sorge: Namibia könnte diese doch wieder aus Kuba importieren! Kommentar

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