17 November 2011 | Politik

Kräftiger deutscher Anschub

Windhoek - Bei der Zuwendung von 61 Mio. Euro (rund 660 Euro) handelt es sich um Finanzierungsbeiträge - nicht Darlehen - für eine Reihe infrastruktureller, Wirtschafts- und Bildungsprojekte. Den Entwicklungsbeitrag haben Egon Kochanke und Tom Alweendo in zwei Abkommen unterzeichnet, die nur knapp die Hälfte des Gesamtpakets ausmachen (127 Mio. Euro, bzw. 1,4 Milliarden N$), das die zuständige namibische und die deutsche Delegation bei Verhandlungen schon im Mai dieses Jahres in Bonn für den Zeitraum 2011/2012 präzisiert haben.

Botschafter Kochanke hat mit großem Nachdruck auf mehrere deutsch-namibische Begegnungen allein in diesem Jahr hingewiesen, von denen die meisten die bilateralen Beziehungen verstärkt hätten. Eine Begegnung gehöre allerdings nicht zu den förderlichen Treffen: die namibische Schädelmission in Berlin, wie der Botschafter sagte.

Unter den positiven Begegnungen betonte Kochanke insbesondere folgende: den Besuch der Nationalen Planungskommission (NPC) in Deutschland im Mai dieses Jahres; der Namibia-Besuch des deutschen Kooperationsministers Dirk Niebel, der dabei das Arbeit-beschaffende Entbuschungsprojekt der Zementfabrik Ohorongo besichtigt hat; der Besuch des Bildungsminister Dr. Abraham Iyambo in Deutschland, um sich über die Berufsausbildung zu orientieren und gestern schließlich die Unterzeichnung zweier Vertragswerke zur fortgesetzten Kooperation. Kochanke wies jedoch auch auf ein "empfindliches Thema" deutsch-namibischer Beziehungen hin, das er in der Reihe der Begegnungen nicht unterschlagen wollte. "Das war die Rückführung der Herero- und Nama-Totenschädel. Trotz des negativen Eindrucks, den die riesige namibische Delegation infolge ihrer versteckten Absichten in Berlin hervorgerufen hat, hoffe ich, dass das Gedenken (zur Heimkehr der Schädel) am 5. Oktober auf dem Heldenacker mit der Zukunfts-orientierten Rede seiner Exzellenz Präsident Pohamba für beide Regierungen die Koordinaten sein werden: Auf die Entwicklung dieses Landes auf die Zukunft ausgerichtet, ohne die Lasten der Vergangenheit zu verniedlichen." Die Unterzeichnung der Verträge sieht Kochanke als gemeinsame Perspektive für künftige Entwicklung.

Bei dem gestrigen Paket sind 390 Mio. N$ schwerpunktmäßig für folgende Bereiche bestimmt: arbeitsintensiver Straßenbau, integriertes Management von Naturparks, Unterstützung für Landreform und -erschließung in den Kommunalgebieten sowie Beistand für das Green Scheme-Programm. Der weitere Betrag in Höhe von 280 Mio. N$ dient der technischen Zusammenarbeit im Straßenbau, der Wirtschaftsentwicklung, der Berufsbildung, der Entbuschung und der Pflege der Biodiversität.
Planungschef Tom Alweendo hat die deutschen Partner KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften) und die GIZ (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) angesprochen und den Dank der Namibier ausgedrückt.

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