06 September 2019 | Wirtschaft

Krawalle verunsichern

Transportstreik und Fremdenhass: Bisher bleibt Namibia verschont

Die anhaltenden Krawalle in Südafrika, verursacht durch ausufernden Fremdenhass und einen Fahrerstreik, bei dem sich die Gewerkschaften untereinander bekriegen und sich andererseits nicht mit der zentralen Verhandlungsagentur einig werden können, wirkt sich bisher nicht nachteilig auf Namibia aus.

Von C. Sasman, F. Steffen und Nampa, Windhoek

Namibische Groß- und Einzelhändler erkennen bisher keine nachteiligen Auswirkungen auf Namibia, nachdem in Teilen der südafrikanischen Städte eine gewaltsame Gesetzlosigkeit zu herrschen scheint. Die willkürlichen Angriffe auf Ausländer werden indessen gleichermaßen vom Privatsektor sowie auf politischer Ebene verurteilt.

Namibia importiert wie viele andere südafrikanische Länder, den Löwenanteil seiner Lebensmittel und sonstigen Waren aus Südafrika. Darum ist Namibia auf Dauer einem Risiko ausgesetzt, wenn der Handelsweg durch anhaltende Gewalt zum Erliegen gebracht wird. Vertreter der namibischen Einzelhandelsunternehmen zeigen sich optimistisch, dass die südafrikanischen Behörden die Gewalt in den Griff bekommen, zumal Gegenangriffe auf südafrikanische Unternehmen anderswo in Afrika aufgeflammt sind.

„Eine allgemeine Kriminalität“

„Die Angriffe zielen nicht nur auf Lastwagen ab, sondern droht eine allgemeine Kriminalität in Südafrika aus der Kontrolle zu geraten. Bisher wurden keine namibischen Lastwagen beschädigt und wirken sich die Krawalle darum nicht auf unser Importe aus“, meinte Willie du Toit, Vorsitzender der Namibia Logistics Association (NLA) und Geschäftsführer des Logistikunternehmens F.P. du Toit Transport. Dies sei wahrscheinlich dem Umstand zuzuschreiben, dass die Hauptstrecken, die von namibischen Lastern benutzt werden, nicht an den Stellen vorbeiführen, wo die Unruhen am schlimmsten ausgeartet seien. Lastwagen fahren über Botswana nach Johannesburg und direkt durch das Nordkap (Namaqualand) zur Metropole Kapstadt.

Laut Daleen Reimers von der Supermarktkette WoermannBrock ist es allerdings bereits zu Verzögerungen bei der Aufstockung der Lagerbestände gekommen. Zulieferer in Südafrika hätten Schwierigkeiten, Rohstoffe für ihre Fabriken zu beschaffen, welches zu Produktions- und darum zu Lieferverzögerungen geführt habe. „LKW-Fahrer vermeiden bestimmte Gegenden und das führt zu längeren Anfahrtswegen“, sagte Reimers.

Die Ladenkette PicknPay, die zur Ohlthaver & List-Gruppe (O&L) gehört, hatte im Vorfeld Kontinuitätsmaßnahmen ergriffen, damit die Abläufe weiterhin reibungslos verlaufen. Mit Verweis auf die Namibische Brauerei (die ebenfalls zur O&L gehört), erklärte Patricia Hoeksema, O&L-Pressesprecherin: „Momentan können in Namibia hergestellte Erzeugnisse nicht ausgeführt werden. Dies hat logistische sowie auf Dauer finanzielle Auswirkungen. Da aber die Sicherheit unserer Mitarbeiter von größter Bedeutung ist, bleiben wir mit allen Beteiligten in Kontakt, um die Situation zu überwachen.“

Paulus Hailonga vom Großhandelsvertreter Taeuber & Corrsen und Hannes van der Berg vom Namibian Fresh Produce Market (NFPM) bestätigten, dass es ihnen bisher gelungen sei, Ihre Produkte durch alternative Lösungen nach Namibia zu schaffen.

Der Generalsekretär der National Union of Namibian Workers (NUNW) forderte gestern die Führung der Südafrikanischen Staatengemeinschaft SADC auf, sich unverzüglich zu treffen und gegen die „blutige Krise in Südafrika“ vorzugehen.

Schwelender Fremdenhass

Lokale politische Parteien haben zur Einigkeit in Afrika gerufen, nachdem mittlerweile zumindest fünf Menschen durch die fremdenfeindliche Gewalt ihr Leben verloren haben. Die Angriffe auf Geschäfte (meist in Johannesburg), die Ausländern gehören, haben jetzt zu Repressalien gegen südafrikanische Unternehmen in Nigeria geführt.

Der Parlamentarier und Oppositionschef, McHenry Venaani von der PDM, hatte bereits zuvor alle Parteien, die von diesem Konflikt betroffen sind, zur Ruhe aufgerufen. Die Unruhen würden hauptsächlich auf wirtschaftlichen Grundsätzen beruhen und daher liege es an der Regierung, sich dringend mit geeigneten Maßnahmen zu befassen. Ähnliches wurde von Reinhold Nauyoma (All People's Party) und Utjiua Muinjangue (Nudo) gefordert. Muinjangue erinnert Südafrikaner daran, dass afrikanische Länder einst ihrem Land moralisch, finanziell und militärisch während ihres Kampfes um die Gleichberechtigung zur Seite gestanden hätten.

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