30 September 2008 | Wirtschaft

Kosten hoch, Gewinne runter

Windhoek - Die Gesetzesnovelle soll am 1. November in Kraft treten. Das kündigte Arbeitsminister Immanuel Ngatjizeko während der jüngsten Parlamentssitzung an. Das neue Gesetz war am 31.12.2007 im Regierungsamtsblatt erschienen.

"Die Auswirkungen des Gesetzes sind natürlich negativ, was Produktivität und Effizienz angeht", kommentierte Harold Pupkewitz, Chef der Pupkewitz-Unternehmensgruppe, auf AZ-Nachfrage. Dadurch verliere Namibia an Wettbewerbsfähigkeit. Der Firmenboss befürchtet, dass die Arbeitskosten steigen und die Gewinne für die Unternehmen sinken werden. Es werde zu Überstunden kommen, auch Kürzungen beim Personal seien nicht ausgeschlossen. Durch schrumpfende Unternehmensgewinne verliere am Ende auch der Staat, nämlich durch sinkende Steuereinnahmen. Pupkewitz meint: "Namibia ist zu arbeitnehmerfreundlich."

Der Sprecher der Pupkewitz-Gruppe, Mike Hill, räumte ein, dass die Auswirkungen auf die Produktivität noch nicht bezifferbar seien. Durch den erhöhten Urlaub würden vor allem kleinere Firmen in Schwierigkeiten kommen, fügte er hinzu. Der Jahresurlaub ist im neuen Gesetz von 18 auf 20 Tage (für Arbeitnehmer mit 5-Tage-Woche) bzw. auf 24 Tage (Arbeitnehmer mit 6-Tage-Woche) festgeschrieben worden. Hinzu kommt noch Sonderurlaub (compassionate leave) z.B. für Todesfälle in der Familie.

Hill wies auch auf die neue Regelung bei Arbeitsdisputen hin, womit sich fortan zunächst Schiedsstellen und nicht mehr das Arbeitsgericht beschäftigen sollen. "Wir haben keine Erfahrung damit, deshalb wird es einige Zeit dauern, bis alle wissen, wie das funktioniert." Die Schiedsstellen werden vom Gewerkschaftsdachverband NUNW begrüßt. "Das ist viel besser als das Arbeitsgericht", sagte NUNW-Vize-Generalsekretär Moses Shiikwa auf Nachfrage.

Den Farmern wiederum stößt ein anderer Punkt der Gesetzesnovelle bitter auf. Denn für Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft wurde eine dreimonatige Kündigungsfrist (sonst nur ein Monat) festgeschrieben. Diese Zeitspanne darf auch ein Arbeitnehmer, dem aus disziplinarischen Gründen gekündigt wurde, noch auf der Farm bleiben. "Das wird die Arbeitsverhältnisse stark unter Druck setzen. Für uns Farmer ist das schwer zu handhaben und deshalb nicht akzeptabel", sagte Hellmut Förtsch, Vizevorsitzender des Landwirtschftlichen Arbeitgeberverbandes (AEA), zur AZ. Zur Urlaubsregelung meinte er abschließend: "Darunter wird die Produktivität leiden, die Farmer müssen die Mehrkosten auf andere Art und Weise kompensieren."

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