14 März 2018 | Lokales

Kontroverse ums Aufräumen

Doppel-Kampagne für saubere Umwelt - Privataufruf erntet Hass

In den nächsten Wochen sind die Namibier gleich zweimal aufgerufen, sich an freiwilligen Einsätzen zur Säuberung des Landes zu beteiligen. Die Privatinitiative des Sängers EES bekam allerdings Gegenwind zu spüren, der teils in Hass umschlug. Auch die Staatskanzlei ging auf Distanz.

Von Stefan Fischer, Windhoek

Am Montag hat der Sprecher des Präsidenten mitgeteilt, dass Hage Geingob den 1. Mai für eine nationale Säuberungsaktion bestimmt habe. Damit hat das Staatsoberhaupt sein Versprechen eingelöst, das es Anfang Februar beim Besuch im Windhoeker Stadtteil Katutura gegeben hat. Als sich Geingob dort auf dem Höhepunkt der Hepatitis-E-Infektionswelle umsah, waren ihm der Müll und Dreck sowie die unhygienischen Zustände aufgefallen (AZ berichtete).

Damals hatte Geingob im Beisein des Windhoeker Bürgermeisters Muesee Kazapua den Anspruch geäußert, dass Windheok wieder die sauberste Hauptstadt Afrikas werden soll. Diesen Titel, den Windhoek viele Jahre innehatte, musste Namibias Hauptstadt vor mehreren Jahren an Kigali/Ruanda abgeben. Auch in dem aktuellen Aufruf wird dieser Wunsch erwähnt.

Als Weißer kein Recht

Die Berichte über den Aufruf des Präsidenten wurde auf Facebook von dem namibischen Sänger EES mit positiven Worten und einem „Gefällt mir“ versehen. Der Deutsch-Namibier hatte selbst vor einigen Wochen einen Aufruf unter dem Motto „#itsup2us“ gestartet. Per Videobotschaft hatte EES die Namibier aufgerufen, am Unabhängigkeitstag (21. März) die Initiative zu ergreifen und Gutes zu tun: Sie könnten Müll aufsammeln, der sich in Ortschaften und in der Natur häuft, oder neue Bäume pflanzen, oder Menschen am gesellschaftlichen Rand helfen. Der Aufruf wurde huntertausendfach geteilt bzw. verbreitet.

Allerdings hat EES daraufhin viel Gegenwind bekommen. In sozialen Medien gab es Beschimpfungen und Hasskommentare gegen den Sänger. Die Vorwürfe: Als weißer und zudem deutschstämmiger Namibier habe er nicht das Recht, den Namibiern den Unabhängigkeitstag zu stehlen.

Auch Finanzminister Calle Schlettwein hat sich auf Facebook dazu geäußert und gemeint, dass es keine Wahl geben dürfe, ob der Unabhängigkeitstag durch einen Säuberungstag ersetzt werden solle. Der 21. März müsse der Tag bleiben, „an dem wir alle die unmessbaren Werte von Frieden, Freiheit, Unabhängigkeit und Gerechtigkeit reflektieren“, so Schlettwein. Und weiter: „Beseitige deinen Müll jeden Tag.“

Was kostet die Feier?

In der nachfolgenden Debatte wurden indes auch Stimmen laut, die die Kosten der Unabhängigkeitsfeier(n) hinterfragt haben. Der Steuerzahler müsse für die Festlichkeiten und die Verköstigung der Politiker, denen es bereits gut gehe, blechen, während andere Namibier hungern, Orte verdrecken sowie staatliche Schulen und Krankenhäuser große Defizite hätten, wurde angeprangert.

Die Staatskanzlei versicherte, dass bei sämtlichen Ausgaben der Regierung gespart werde und die Kosten für die Unabhängigkeitsfeier „auf nachvollziehbarem Niveau bleiben“ würden. Der Aufruf des Sängers EES zum Aufräumen am Unabhängigkeitstag sei indes „fehlplatziert“, erklärte Dr. Alfredo Hengari, Sprecher des Präsidenten. Und weiter: „Der Unabhängigkeitstag bleibt ein grundsätzlicher Akt, um den Aufbau der Nation, Zusammenhalt und Solidarität zu pflegen. Die Versuchung, dessen Bedeutung zu mindern, ist ungerechtfertigt.“

Aktion in Swakopmund

Doch EES bekommt auch Zustimmung. So hat bereits der Swakopmunder Karnevalsverein das Motto „#itsup2us“ verinnerlicht und für den 21. März zum Aufräumen an der Küste aufgerufen. Um 9 Uhr sei Treffpunkt am Martin-Luther-Museum, geht aus einem Plakat hervor. Nach dem Aufräumen soll der Unabhängigkeitstag auf dem SFC-Gelände „mit Bring & Braai im namibischen Stil“ gefeiert werden, heißt es in der Ankündigung.

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