29 November 2011 | Kommentar

Klischees und Korruption

Klischees wollen bedient werden. So wird uns ganz aktuell wieder das Problem der Korruption im südlichen Afrika vor Augen geführt. Die Bestechung, ein Haupt-Bremsklotz im demokratischen Gefüge eines Staates und einer Ökonomie, wird in diesem Teil des Kontinents immer schlimmer.

Diese Aussage belegt eine aktuelle Studie von Transarency International, wonach ca. 6000 Menschen in sechs Ländern (DR Kongo, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe und Südafrika) befragt wurden. Das Ergebnis ist ernüchternd: Jeder Zweite sei von öffentlichen Dienstleistern bereits um Geld/Bestechung gebeten worden, außerdem sei die Korruption in den Reihen der Polizei am Schlimmsten, heißt es.

Keine guten Nachrichten aus dem südlichen Afrika also. Einziger Lichtblick dabei ist, dass die meisten Menschen das Problem wahrnehmen und etwas dagegen tun wollen. Getan hat zum Beispiel die südafrikanische Regierung auch schon etwas. Sie hat kurzerhand ein Gesetz erlassen, wonach diejenigen mit empfindlichen Strafen rechnen müssen, die geheime Dokumente (auch über Bestechung) weitergeben und/oder veröffentlichen. Probleme werden somit einfach unterm Teppich gelassen - dies ist der südafrikanische Weg, sich der öffentlichen Aufklärung zu verweigern und der Justiz zu entziehen. Und das ist leider kein Klischee mehr, sondern traurige Tatsache.

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