18 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Klimawandel und Erderwärmung - einige Gedanken (Teil 2)

Nach Berechnungen des IPCC muss es der Menschheit gelingen, bis 2050 nicht mehr CO2 auszustoßen, als Pflanzen, Land und Ozeane aus der Erdatmosphäre aufnehmen können. Dieses Gleichgewicht ist notwendig, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Wenn wir uns nicht einschränken und die Emissionen von CO2, Methan und anderen Treibhausgasen weiter steigen, könnte die Temperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts um bis zu 5 Grad Celsius ansteigen. Fauna und Flora werden geringe Überlebenschancen haben, wie wird der Mensch das Desaster überstehen?

Berechtigte Zweifel bestehen an dem Erfolg der vielen Klimagipfel. Sind sie mehr wert als nur ein weiteres Dokument? Haben die vielen Treffen tatsächlich etwas anderes erreicht, außer riesige CO2-Fußabdrücke zu hinterlassen? Bis heute ist der Klimaschutz von keiner nennenswerten Erfolgsbilanz gekrönt. Weltweit ist eine Einschränkung von CO2 nicht passiert, höchstens gibt es in einigen Ländern einen Stillstand zu verzeichnen.

2019 auf der CoP25 in Madrid konnte keine endgültige Vereinbarung zur Regulierung der CO2-Emissionen erreicht werden. Die Entscheidung wurde auf den Klimagipfel 2020 in Glasgow verschoben, deren Regelungen zur Einschränkung der Klimagase dem Pariser Abkommen gerecht werden muss.

Klimaschutz

Ein effektiver Klimaschutz ist unumgänglich, und er wird sehr teuer werden, das steht außer Frage. Jeder Staat muss entscheiden, wieviel von seinem Bruttosozialprodukt zum Klimaschutz er beitragen kann und welche Maßnahmen er ergreifen wird. In den vergangenen Jahren wurde wenig getan, stattdessen sind die Emissionen in vielen Ländern gestiegen. Die Industrienationen müssen Trendsetter im Klimaschutz sein. Der Klimawandel trifft vor allem die armen Länder und Gemeinschaften, die am wenigsten zur globalen Erwärmung beigetragen haben.

Der Schutz des Klimas und der Umwelt ist eine Frage der Wahrnehmung und Kenntnisse der Problematik. Wir müssen die Komplexität des Klimawandels und die enge Wechselwirkung zwischen Umwelt und Klima auf der einen Seite und dem menschlichen Verhalten auf der anderen Seite verstehen. Es ist ein langer und manchmal schmerzhafter Prozess, die Existenz des Klimawandels zu akzeptieren, zu verstehen, warum er da ist, die Konsequenzen zu erkennen und schließlich die vielen Möglichkeiten zu entdecken, die wir haben um dem Klimawandel bis zu einem gewissen Grad Einhalt zu gebieten. Schließlich müssen wir lernen, uns den neuen Gegebenheiten anzupassen, um zu überleben. Entsprechend zu verstehen und zu handeln ist noch ein langer Weg; er erfordert, den eigenen Lebensstil zu ändern und bestimmte Opfer zu bringen, wozu viele Menschen (noch) nicht bereit sind. Aber es muss geschehen, besser heute als morgen.

Wir müssen unseren Konsum einschränken, wir müssen aufhören, unsere natürlichen Ressourcen rücksichtslos auszubeuten, wir müssen kollektiver denken und handeln. Der Klimawandel ist ein kollektives Phänomen, das nur kollektiv angegangen werden kann. Wir müssen aus ökologischer Sicht ein paar Schritte rückwärtsgehen und unseren CO2-Fußabdruck reduzieren. Ein nachhaltiger Lebensstil muss Teil unseres Bewusstseins und unseres täglichen Handelns werden. Es besteht eine große Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und umweltbewusstem Handeln. Fast alles, was wir als Individuen gegen den Klimawandel tun können, geht nicht ohne Verzicht einher. Die vielen „müssen“ müssen sein, wenn wir auch in Zukunft ein lebenswertes Leben führen wollen.

Wir müssen ein gesundes Gleichgewicht zwischen Ökologie und Ökonomie finden. Die Wirtschaft, insbesondere der westlichen Welt, strebt ständig nach mehr Wachstum und Wohlstand. Alles muss schneller, größer, höher, opulenter sein; die Wirtschaftswachstumsrate eines Landes wird als Indikator für den Erfolg genommen.

Allerdings kann man beobachten, dass es derzeit einen erfreulichen Trend in die andere Richtung gibt. Es zeigt sich ein bescheidener Beitrag in Richtung Klimaschutz am Horizont. Manche Investoren großer Projekte weltweit fordern Unternehmen auf, ihre Methoden umzustellen, saubere Produkte herzustellen und die Zerstörung der tropischen Regenwälder zu stoppen. Sie sind sich bewusst, dass die Nutzung natürlicher Ressourcen, die Entwaldung und der Verlust der biologischen Vielfalt nicht nur Umweltprobleme nach sich ziehen. Die Umweltzerstörung hat erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, Risiken, die Investoren und Unternehmer nicht mehr ignorieren können.

Immer mehr Menschen versuchen umweltfreundliche Lebensweisen anzunehmen, sie reduzieren bewusst ihren Konsum, einhergehend mit Ressourcenschutz und weniger Abfallproduktion. Menschen verzichten auf Flugreisen, wenn immer möglich, sie lassen das Auto zuhause, essen kein Fleisch mehr und sparen Energie und Wasser. Es gibt viele weitere Maßnahmen, einen nachhaltigen Lebensstil zu praktizieren. Es sind kleine Beiträge, gemessen an den globalen Umwelt- und Klimaschäden. Sie signalisieren Verantwortungsgefühl und Zukunftsdenken. Jeder kleine Schritt hilft und wird sicherlich mehr Menschen motivieren, sich auf einen klimafreundlichen Lebensstil einzustellen.

Fridays for Future spielt zweifellos eine wichtige Rolle in dieser Entwicklung. Die FfF-Bewegung hat etwas in Gang gesetzt, das wie ein Schneeballeffekt wirkt, die Menschen wachrüttelt und zum Handeln motiviert.

Herausforderungen, die Namibia zu bewältigen hat

Die Zukunft Namibias hängt von den Strategien ab, die es zur Anpassung an den Klimawandel anwenden wird. Es wird extrem teuer werden, unabhängig von den Maßnahmen, die ergriffen werden. Eine unpopuläre aber wirksame Entscheidung wäre die Einführung einer Umweltsteuer, z.B. Individuen und Firmen mit klimaschädlichen Praktiken werden besteuert, Autobesitzer werden je nach Fahrzeugtyp mit einer CO2-Steuer belastet.

Namibia wird als eines der am meisten beeinträchtigten Länder genannt. Alle Bereiche werden unter dem Klimawandel zu leiden haben, vor allem die Landwirtschaft- und Wassersektoren. Es ist erschütternd, wie wenig Namibia auf Dürren und Überschwemmungen vorbereitet ist, obwohl diese Wetterereignisse in unserem Land normal sind und in unregelmäßigen Abständen immer wieder auftreten. Das Land wäre nicht in einem solchen Krisenzustand angesichts der aktuellen Dürre, wenn Namibia an die lokalen Wetterbedingungen angepasst wäre. Es müsste nicht um Dürrehilfe bei der Öffentlichkeit und anderen Ländern gebettelt werden. Kann das Wasserproblem gelöst werden, sollte die Dürre eine weitere Saison anhalten? Von Jahr zu Jahr wird sich auf den unberechenbaren Regen verlassen.

„Was wir in den nächsten Jahren tun, wird die kommenden paar Tausend Jahre stark beeinflussen.“ (Sir David Attenborough)

Bertchen Kohrs, Earthlife Namibia

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