17 März 2017 | Politik

Klagt Namibia gegen Deutschland?

Windhoek (fis) – Der Medienbericht über einen Wechsel der Gesinnung der namibischen Regierung hinsichtlich des Umgangs mit dem Kolonialkrieg 1904-08 hat heute für Irritationen gesorgt. Angeblich denke Namibias Regierung darüber nach, von der Bundesrepublik Deutschland mehr als 30 Milliarden US-Dollar als Wiedergutmachung für die Geschehnisse von damals zu verlangen, die beide Regierungen als Völkermord bezeichnen, heißt es in dem heutigen Beitrag der Zeitung „The Namibian“. Eine AZ-Anfrage an das namibische Außenministerium zur Richtigkeit dieser Informationen wurde bislang nicht beantwortet. Auch auf deutscher Seite ist laut AZ-Kenntnis über eine solche Wendung nichts bekannt. – Tatsächlich haben sich Opferverbände von Herero und Nama an ein US-Gericht in New York City gewendet, um die Bundesrepublik zur Zahlung von Reparationen zu zwingen (AZ berichtete). Indes haben die Regierungen Namibias und Deutschlands Zahlungen an Volksgruppen stets ausgeschlossen; sie verhandeln seit Ende 2015, um im Umgang mit den damaligen Ereignissen eine gemeinsame Sprache zu finden und daraus Konsequenzen zu ziehen, beispielsweise eine Anerkennung des Völkermords und eine offizielle Entschuldigung. Das Archivbild zeigt Ovaherero-Repräsentanten bei einer Protestaktion vor dem Sitz der deutschen Botschaft in Windhoek.

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